Transforum - der Blog

2Flügel am 24.2.2012 auf dem Transforum Berlin

Autor: Harald Sommerfeld, 27. Januar 2012, 16:29

Wir freuen uns, dass 2 Flügel im Rahmen des Transforum 2012 zum Thema “Gerechtigkeit für die Stadt” am Freitag, 24.2.2012, mit ihrem Bühnenprogramm auftreten.

Mit ihrer einzigartigen Sprache erzählt Christina Brudereck
von Menschen, die sich Gewalt und Unterdrückung nicht beugten,
sondern Zeichen setzten für Gerechtigkeit und Gütekraft.
„Egal, wie sie auch hießen, mich interessiert,
warum sie nicht die Flügel hängen ließen.“

Mit kunstvollem Klavierspiel, Variationen bekannter Lieder,
Improvisationen und Gesang verleiht Benjamin Seipel
dem Abend eine beeindruckende Dichte.

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2Fluegel Mail-2

Für Teilnehmer am Transforum ist der Eintritt frei. Den PDF-Flyer gibt es hier.

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Soziale Gerechtigkeit, Transforum, Veranstaltungen

Bericht aus Boston - Eindrücke einer Besuchswoche Teil 4: Gebets- und Einheits-Bewegungen

Autor: Axel Nehlsen, 3. Januar 2012, 20:40

„The Greater Boston Prayer Summit is an opportunity to meet with God and connect with His leaders in the Greater Boston area.  It’s an opportunity to be refreshed in the presence of the Lord with other ministers…” So das Mission Statement des “Gebetsgipfels für den Großraum Boston” (so etwas hört sich immer besser auf Englisch an). Auf Deutsch also die Gelegenheit, Gott und einander als Führungskräfte zu begegnen und in seiner Gegenwart erfrischt zu werden. Wir begegneten Dave Hill, einem der Gründer. Vorläufer war zunächst der New England Prayer Summit, der einmal im Jahr Pastoren und Leitende aus den Neu-England-Staaten zusammen führte. Später konzentrierte er sich auf Vertreter aus dem Großraum Boston.

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Form, Absicht und Inhalte schienen uns ähnlich wie bei den Berliner Pastoren-Gebets-klausuren um die Jahrtausend-wende: keine vorgegebene Tagesordnung, sondern Offenheit für die aktuelle Führung des Heiligen Geistes; Fokus auf Ergänzung (und falls erforderlich Versöhnung) der unterschiedlichen geistlichen Prägungen; Zeit zum Aufbau von Beziehungen und gegenseitigem Vertrauen. Ein solcher Gebetsgipfel sei vor allem ein Ort zum Ausruhen und nicht zum Arbeiten, aber gerade das wird als Ausrüstung zum persönlichen und gemeinsamen Dienst erlebt.

Daneben gibt es regionale Gebetsgruppen, spezielle Fürbitte-Events und gelegentlich stadtweite Gebetstreffen. Erfahrungen mit unterschiedlichen (speziell pfingstlich-charismatischen oder traditionell-evangelikalen) Stilen sind ähnlich wie bei uns: Vertrauen und Beziehung ist alles, dann kann man den anderen stehen lassen. Leitende müssen darauf achten, dass kein Stil dominiert. Es gebe kein Patentrezept für das Miteinander der verschiedenen Frömmigkeitstypen.

Eine Ergänzung für die breitere Christenheit in der Stadt ist die erst kürzlich entstandene Bewegung Unite Boston. Auf Initiative mehrerer junger Leute um Kelly Steinhaus, die wir trafen, ging zuerst eine Webseite im Frühjahr 2011 online (www.uniteboston.com).

imageSie wird seitdem schon viel genutzt als Plattform für die Gemeinden und ihre Veranstaltungen. Das entspricht in etwa unserem Portal www.Christen-in-Berlin.de und der christlichen Veranstaltungs-datenbank. Bisher wird das alles in Boston nur ehrenamtlich betrieben - mit großem Einsatz. Die Vision: “UniteBoston exists to better unite the Christian community in Greater Boston through shared experiences. (Unite Boston besteht, damit die christliche Gemeinschaft im Großraum Boston durch das Teilen von Erfahrungen ihre Einheit stärkt.) Bisher bestehen 83 Partnerschaften mit Gemeinden und Werken und weitere 250 Kontakte. Es wurde Interesse geäußert, von Berlin zu lernen und weiteren Kontakt mit uns zu pflegen.

Eine Frage, die wir aus Berlin mitgebracht haben, war die nach Erfahrungen in interkulturellen Gebetsveranstaltungen. Wie kommen die unterschiedlichen Spiritualitäten und Stile zur Geltung, ohne einander zu dominieren? Auch dafür konnten uns die Bostonians trotz ihrer vielfältigen Erfahrung mit Veranstaltungen und Gebet von Christen verschiedenster ethnischer Herkunft kein Patentrezept geben. Die Leitenden müssen darauf achten, dass kein Stil dominiert, sagten sie. Wie bei den Pastoren sei es wichtig, dass Vertrauen entsteht und man einander in versöhnter Verschiedenheit achtet. Anders geht es wohl nicht - aber es geht! Davon können wir in Berlin lernen.

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Berichte

The Cat and the Toaster – Teil 17

Autor: Axel Nehlsen, 16. Dezember 2011, 11:24

Kapitel 10: Unsere Armut annehmen (Embracing Our Poverty)

Im letzten Kapitel ist Doug Hall das schwer zu identifizierende Phänomen des kontraproduktiven Handelns angegangen. Er sieht den Niedergang der Christenheit im globalen Westen in diesem Zusammenhang. Gottes „Therapie“ setzt an einer für uns unerwarteten Stelle ein. Wir können zwar unbeabsichtigte Negativwirkungen unseres Tuns nicht verhindern, aber wir können sie bewusst in den Blick nehmen statt sie zu ignorieren. Christliche Organisationen sind besonders gefährdet, da sie u. U. lange mit unentdeckten „negative returns“ weiter machen und das Problem dadurch nur schlimmer machen. Also müssen wir - als Teil des Planungsprozesses! - lernen zu fragen, wie auch unsere besten Bemühungen kontraproduktiv wirken können. Das Erkennen dieses Problems ist der Beginn seiner Überwindung.

Diese Gedanken werden in Kapitel 10 vertieft und mit Beispielen unterlegt, wie Maßnahmen im Gemeindeaufbau oder im sozialen Bereich das Gegenteil des gewünschten Erfolgs produzieren (Arme werden ärmer, Gemeinden werden kleiner usw.). Hier bringt Hall unser Erleben wieder in Beziehung zum Laodizea-Sendschrei-ben: „Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.“ (Offb.3,17) Bekanntlich wertet die Bibel arm und reich um: die Armen sind u.U. reich, die Reichen arm. Dennoch ist Gott nicht nur ein Gott der Armen und Armut ist auch keine notwendige Voraussetzung für geistliche Gesundheit und Lebendigkeit. Warum aber zeigt sich die reiche westliche Hemisphäre so resistent gegen geistliche Aufbrüche? Offenbar muss in uns relativ Reichen etwas passieren: dass wir es wahrhaben, einsehen, bekennen und zugeben, dass wir extrem arm sind. Diese unsere geistliche Armut anzunehmen ist kostbar in Gottes Augen.

Wir sind eingeladen, unsere Grenzen zu akzeptieren, unsere Rolle als Schafe auszuleben und unsere natürliche Schwäche anzuerkennen.

The Cat and the Toaster Seite 122

Ohne diese Umkehr keine Erneuerung! Sich immer wieder zu erinnern, dass wir (auch als Erlöste) in einer gefallenen Welt leben, hilft dabei. Zuzugeben, dass unser Handeln kontraproduktiv sein kann, wird unsere Fähigkeit Gott zu dienen, sogar stärker machen und auf die Länge der Zeit bleibende Frucht bringen. Die wächst eben nicht durch die Methoden der gefallenen Welt (the works method), sondern indem wir uns möglichst weitgehend in Gottes lebendiges Wirken einklinken. Joh. 15,16: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe.“

Teil 3: Unseren Reichtum entdecken

Der dritte Teil des Buches steht unter dem Wort des Auferstandenen: „Darum rate ich dir: Kaufe von mir Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst; und kaufe von mir weiße Kleider und zieh sie an, damit du nicht nackt dastehst und dich schämen musst; und kaufe Salbe für deine Augen, damit du sehen kannst.“ Offb.3,18
Der Zugang zu diesen drei Schätzen (Gold, Kleider, Salbe) ist die Einsicht in unser Gefallensein, nicht dass wir reich, gerecht, perfekt, weise oder heilig sind. Wir in dieser Welt Reichen müssen zu einer Armut finden, in der wir in Harmonie mit Gott wirken.


Kapitel 11: Drei Schätze der Erlösung

Erlösung ist am Werk, wenn wir bekennen und bereuen, von Christus Vergebung empfangen und unseren Tod gegen sein Leben tauschen.

The Cat and the Toaster Seite 129

Den eher technischen Zugängen der gefallenen Welt stellt Hall auf Basis dieser biblischen Einsichten einen anderen Weg entgegen, der auf Erlösung basiert (redemptive method):
1. Geläutertes Gold kaufen: Wir bekennen und bereuen die unbeabsichtigten negativen Ergebnisse.
2. Weiße Kleider kaufen: Wir leben aus der Vergebung Christi.
3. Augensalbe kaufen: Wir sehen, was Gott an Stelle dessen anbietet, damit das System richtig arbeitet.
Sodann unterscheidet er: Die vertikale Dimension der Erlösung betrifft Gottes erlösendes Werk an uns durch Jesus Christus; die horizontale Ebene umfasst die Beziehungen zu uns selbst und zu anderen Menschen, zur Schöpfung und zur Umwelt. Christus ist gekommen, um alles zu erlösen (Kol.1,20). Das Problem ist nun, dass wir in unserer westlichen Prägung meist die horizontalen Aspekte der Erlösung als unwichtiger betrachten. Die Bibel jedoch sieht die physischen, sozialen und spirituellen Lebensbereiche als gleichwertig und völlig ineinander verwoben an. Wie Gott in Jesus ganz Mensch wurde, so soll sein Erlösungswerk auch im sozialen und physischen Bereich ganz Fleisch werden.

Fragen

1. Welche unbeabsichtigten negativen Ergebnisse hat mein Handeln produziert?

2. Wo müssen wir unsere geistliche Armut erkennen und unsere Grenzen akzeptieren?

3. Was will uns Gott an Stelle dessen zeigen?

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Cat & Toaster

Gemeinsam Kirche–Sein interkulturell

Autor: GfB, 8. Dezember 2011, 19:14

Bericht von Thomas Hieber über die Fachtagung der Missionsakademie an der Uni Hamburg Nov. 2011

HH-tagungZu dritt waren wir von Berlin angereist, um an dieser Fachtagung als Vertreter von Gemeinsam für Berlin und dem Forum Interkultureller Beziehungen teilzunehmen. Etwa 30 Vertreterinnen und Vertreter von Migrationskirchen, internationalen Gemeinden und Leiter verschiedener Werke und Landeskirchen verbrachten zwei gut gefüllte Tage zusammen. Wir stellten uns gemeinsam dem Thema: Was bedeutet gemeinsam Kirche-Sein in einer multikulturellen Gesellschaft? Es ging darum, Modelle u. Projekte gemeindlicher Vernetzung von Orts- und Migrationsgemeinden kennenzulernen. Wir wollten voneinander lernen, uns begegnen und für zukünftige Aufgaben auch vernetzen.

Immer wieder tauchte der Satz auf: ‚Wir brauchen eine Struktur der Liebe‘, wenn wir gemeinsam vorwärtskommen wollen. Nicht Projekte machen das Zusammenleben aus, sondern Beziehungen. Der gemeinsame Gottesdienst zwischen Ortsgemeinden und Migrationsgemeinden ist nur der Ausdruck einer Verbindung – nicht die Verbindung! Die Verbindung ist der gemeinsame Glaube an Jesus Christus.

Von unserem Berlin-Team zwei Eindrücke stellvertretend für viele positive Rückmeldungen, die am Ende dieser Tagung zu hören waren.

Pastor Peter Arthur von der Akebulan Global(e) Mission e.V.

Peter Arthur„Mich hat sehr beeindruckt zu hören, dass die norddeutsche Mission in Bremen schon seit 1979 eine Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Presbyterianischen Gemeinde in Ghana und Togo aufgebaut hat. Außer Projekte in diesen Ländern zu unterstützen, haben sie auch in Bremen eine Partnerschaft auf Augenhöhe ins Leben gerufen. Sie haben afrikanischen Pastoren ermöglicht, Gemeinden aufzubauen, die sich seelsorgerlich und praktisch um Migranten kümmern. Zugleich haben die deutschen Christen in Bremen die mitgebrachten Potenziale der Einwanderer gesehen und aktiv genutzt. Das finde ich beispielhaft.

Außerdem hat mir sehr gut gefallen, was uns aus Italien berichtet wurde: Dort ist die evangelisch-reformierte Kirche eine Minderheit. Die Menschen in dieser Kirche zeigen viel Mitgefühl für die afrikanischen Einwanderer. Sie haben eine vorbildliche Zusammenarbeit mit diesen Kirchen geschaffen, in der die Migranten offiziell ein Teil von ihnen geworden sind. Dadurch erfahren auch die Kinder der Migranten eine große Wertschätzung.

Drittens möchte ich hervorheben, dass Pastor Aidoo aus Düsseldorf (ursprünglich Ghana) erzählt hat, wie Gott ihn vielfältig gebraucht. In seine Gemeinde kommen Menschen aus Iran, Irak und aus Afghanistan sowie weitere Menschen mit islamischem Hintergrund, die sich zum Glauben an Jesus bekehren. Diese Arbeit hat Gott so sehr gesegnet, dass sie auch in der Stadt Anerkennung gefunden und der Oberbürgermeister ihnen einen Besuch abgestattet hat. Dadurch wurde er sogar zum Bundespräsidenten Wulff eingeladen. Ich sehe in diesen Entwicklungen, dass Gott der Herr der Geschichte ist und dass er unsere menschlichen Umstände gebrauchen kann, um etwas Schönes daraus zu machen. Und während Gott das tut, brauchen wir alle Geduld miteinander.“

Pastor Joshua Lupemba, Christ International Church e.V. in Berlin und stellvertretender Vorsitzender des Vereines ‚Typisch Deutsch e.V.‘:

Pastor Joshua Lupemba„Da ich mich überhaupt nicht auf das Seminar vorbereitet hatte, kam ich total frei von Erwartungen dort hin. Ich war sehr davon angetan, wie offen alle Teilnehmer waren und wie anpassungsfähig. Besonders hat mir gefallen, dass es einen großen Raum für Austausch gab und jeder zu Wort kam.

Außerdem war ich sehr angetan von der Einigkeit unter den verschiedenen Konfessionen selbst bei großen Konfliktthemen wie Homosexualität.

Ich sehe großes Potenzial für die Gemeinde in Deutschland, da die zweite Generation “Neu-Deutscher” meines Erachtens  einen großen Mehrwert hinzufügt. Dies wurde mir bei diesem Seminar ganz besonders bewusst.

Ich würde mir wünschen wenn wir in den Fragen von multi-ethnischen Gemeinden noch mehr auf die zweite Generation eingehen, weil sie die Zukunft ist und meiner Meinung nach das meiste Potenzial in sich trägt.

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Bericht aus Boston - Eindrücke einer Besuchswoche Teil 3: Community Organizing – Bürgerplattformen in Boston

Autor: Axel Nehlsen, 28. November 2011, 15:40

Zwei unterschiedliche Arten von Bürgerplattformen im südlichen Boston konnten wir durch Begegnung mit je einem der Gründer und Leiter kennenlernen.

Die erste ist die Dudley Street Neighborhood Initiative in Roxbury. Die Webseite www.dsni.org enthält viele wertvolle Infos. Paul Bothwell, Gründer und Mitleiter, erzählte anschaulich und lebhaft von Entstehung, Erfolgen und Herausforderungen.

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Die Story in Kurzform: Ein seit 1950 zunehmend verelendender Stadtteil war schließlich in den 70/80er Jahren teils wilder Schrottplatz, teils Slum, der von Spekulanten Stück für Stück niedergebrannt wurde. 1985 begann die Bürgerbewegung. Sie ist place based, also auf einen Stadtteil bezogen und nicht auf einzelne Projekte wie Schule oder Arbeitsbedingungen. Ihr Prinzip und ihre Stärke: die Leute im Stadtteil beteiligen, die Gegend menschengerecht wiederbeleben und entwickeln. Es sind zwar eine Menge Christen als Einzelpersonen engagiert, aber nur drei Gemeinden als solche.

Obwohl über lange Zeit Bostons ärmste Gegend, erzählt der Dudley Street-Kiez eine außerordentliche Geschichte der Wiedergeburt eines Gemeinwesens, entstanden aus den Träumen gewöhnlicher Leute verschiedener Rassen und Generationen … Die von Bewohnern geführte Initiative baut den Stadtteil wieder auf - mit der Kraft ihres Stolzes, organisierten Kampagnen und einer gemeinsamen Vision der integrierten Stadtteilentwicklung.

Peter Medoff/Holly Sklar: Streets of Hope. Cambridge/Mass. 1994.

clip_image004Bis heute wurde u.a. Folgendes erreicht: 1.300 brach liegende und vermüllte Grundstücke wurden wieder nutzbar gemacht - für Wohnungen, Parks, Spielplätze, Schulen, Nachbarschaftszentren. Über 400 Häuser wurden neu errichtet und über 500 wieder bewohnbar gemacht. Gewerbe und Investitionen kehrten zurück. Bewohner, die noch Kinder waren, als die Initiative 1985 startete, sind heute Führungskräfte in der Stadt.

Eine anders aufgestellte Community Organizing Initiative heißt Greater Boston Interfaith Organization. Auch hier eine informative Webseite: www.gbio.org.

clip_image006Der Mitgründer und Inspirator Reverend Hurmon Hamilton stellte sich uns zum Gespräch zur Verfügung. Er ist leitender Geistlicher der Roxbury Presbyterian Church, die zur PCUSA gehört (www.roxpres.org).

Im Unterschied zur DSNI ist diese eine in der Nachbarschaft begonnene, inzwischen aber stadtweite Bewegung, die v.a. die Pastoren und Geistlichen zur sozialen Aktion verbindet. Ihr Fokus sind konkrete Einzelmaßnahmen, vorrangig für die Gesundheitsversorgung. Die Entstehung in den 90ern begann mit der Erkenntnis, dass Christen trotz vieler Kirchen vor Ort wenig Einfluss auf die tatsächliche soziale Lage hatten. 50 Geistliche (Katholiken, Anglikaner, Protestanten, Afro-Amerikaner) trafen sich und bauten Beziehungen (relational meetings). Sie bildeten kleine Gruppen, trainierten 1.000 weitere Leiter für die Mobilisierung ihrer Gemeinden und der Bevölkerung für die soziale Verbesserung des Stadtteils. Darunter sind auch Juden und Muslime. Alle sozialen Schichten und ethnischen Gruppen sind vertreten.

Gemeinsame Basis ist die Kraft der Beziehungen, die verankert ist in den „faith values“ (gemeinsame religiöse Werte). Es herrscht gegenseitiger Respekt unter dem Motto „You can be who you are, but let the others be who they are“. Das gilt auch für Gebet und Predigt, die die Vertreter der Religionen und Denominationen reihum bei den Meetings übernehmen (inkl. Muslime und Juden!).

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Fokus war und ist, was alle gemeinsam am dringendsten brauchten: Das war zuerst eine Krankenversicherung für Frauen, die aus Haiti eingewandert waren und in prekären Arbeitsverhältnissen ohne Krankenversicherung in der Altenpflege arbeiteten. Der Oberbürgermeister wurde angefragt; er konnte oder wollte nicht helfen; aber Stadträte ließen sich zu Bürgerversammlungen einladen. Neben einer Schulung der betroffenen Frauen war es v.a. eine Unterschriftensammlung mit öffentlicher Kampagne, die politischen Druck aufbaute. Erreichtes Ziel: ein Bundesstaat-Gesetz für allgemeine Krankenversicherung wurde schon vor Obamas Reform in Massachusetts eingeführt! Weitere Kampagnen betrafen Schulbücher für solche Schüler, die sich keine leisten können und ein soziales Wohnungsbau-Programm.

Zusammen mit den Auswirkungen der Quiet Revival (stille Erweckung, siehe Teil 2 des Berichts) hat das Community Organizing diese Stadtteile massiv und sichtbar positiv verändert: Wo früher Slum-Viertel waren oder wilde Abfallgrundstücke, sind heute zweistöckige Backstein- oder Holzhäuser (also keine Flächensanierung mit Wohnblocks oder Hochhäusern). Christen haben sich, teilweise als Initiatoren und Führungsfiguren, für die Verbesserung der Lebensbedingungen ihres Stadtteils eingesetzt – zusammen mit anderen Bewohnern, die anderen Religionen oder gar keiner angehören. Sie sind zu Katalysatoren der Transformation des Gemeinwesens geworden.

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Berichte

„Save me“ – Berlin sagt ja! Eine Basiskampagne als Antwort auf die Flüchtlingsdebatten Deutschlands und der EU

Autor: GfB, 21. November 2011, 15:24

Save-Me-Kampagne- Eine Stadt sagt ja 
„Europa schützt die Grenzen, aber nicht die Flüchtlinge: Fast 2000 Menschen sind seit Jahresbeginn bei dem Versuch, ihrer Not zu entfliehen, gestorben. Der Tod auf dem Mittelmeer ist zur unheimlichen Routine geworden. Er dient aber auch der Abschreckung. Die europäische Demokratie wird immer mehr zur großen exklusiven Veranstaltung, die den Reichtum drinnen und die Not draußen behalten möchte.“

( Heribert Prantl für Politik-Online)

AKTIONS Berlin2 Jedes Jahr brechen Zigtausende für eine vermeintlich bessere Zukunft nach Europa oder in andere westliche Staaten wie USA, Kanada und Australien auf. Viele kommen nie dort an. Es ist ein Drama, das keiner wahrnehmen will. Weltweit befinden sich mehr als 43 Millionen Menschen auf der Flucht oder leben in einer "flüchtlingsähnlichen" Situation (nach Schätzungen von UNHCR, dem Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen). 80 bis 85% der Flüchtlinge können keine großen Wege zurücklegen und bleiben in der Herkunftsregion. Viele schaffen es nicht, die eigene Staatsgrenze zu überwinden. Diese Menschen nennt man Binnenvertriebene. Im Jahr 2009 waren das 27,1 Millionen. Die meisten Flüchtlinge, die in anderen Ländern Schutz suchen, leben überwiegend außerhalb Europas. 2010 wurden in der gesamten EU rund 260.000 Asylanträge gestellt. Staaten wie Pakistan, Iran und Syrien beherbergen viel mehr Flüchtlinge als die reichen Staaten des Westens. Die Frage kann da nur lauten: Warum tut sich Europa und die Deutsche Regierung so schwer angesichts dieser weltweiten Not?

Schon lange fordert sowohl auf Bundes- als auch auf Berliner Ebene ein breites Bündnis von Flüchtlingsräten, PRO ASYL, dem UNHCR, Amnesty International, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen, dass Deutschland jedes Jahr ein Kontingent an Flüchtlingen aus den Erstzufluchtsstaaten aufnimmt und integriert. Seid einigen Jahren gibt es eine Initiative, die positive Akzente setzt: die „Save-me“ Kampagne www.save-me-kampagne.de/ .

Flüchtlings Aktions Berlin Die Idee von „Save-me“ ist es, eine Bewegung von unten zu initiieren. Denn eine informierte und aufgeschlossene Bevölkerung ist die beste Grundlage für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und eine dementsprechende Politik. In lokalen Bündnissen sollen die Themen Resettlement* und Flüchtlingsschutz in die Öffentlichkeit getragen werden mit dem Ziel, eine möglichst breite gesellschaftliche Basis zu gewinnen. Kreativ und konkret soll für die Aufnahme von Flüchtlingen geworben werden mit dem Ziel, dass sich Städte, Gemeinden und Kommunen dem Anliegen öffnen und sich verpflichten, Flüchtlinge aufzunehmen, zu betreuen und zu integrieren.

Gelingt es eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern von der Notwendigkeit und Möglichkeit einer ausgewogenen Neuansiedlung zu überzeugen, dann wird sich auch die Politik dem Thema nicht mehr verschließen. Ein positives Votum der Bürgerinnen und Bürger kann skeptische Bundes- und Landespolitiker mitreißen.

Deutschland save me Karte Angesichts der Tatsache, dass immer weniger Flüchtlinge Deutschland überhaupt erreichen können und immer weniger von diesen hier auch Schutz zuerkannt bekommen, brauchen wir eine echte Perspektive für eine verantwortliche Flüchtlingspolitik. Resettlement eröffnet eine solche Perspektive, weil durch die Initiative das Flüchtlingselend in Krisengebieten mit der Verantwortung für diese Flüchtlinge in Deutschland verbunden wird. Ziel der Initiative ist deshalb vor allem, Anstöße für eine öffentliche Diskussion zur Verbesserung des Flüchtlingsschutzes zu geben.

Nach dem Vorbild Münchens beteiligen sich bisher daran bundesweit 53 Städte. In Berlin wurde diese Initiative 2008 aus Anlass des Internationalen Tages des Flüchtlings, am 20. Juni, gestartet. Bisher gibt es über 700 BotschafterInnen die in Berlin diese Kampagne unterstützen.

Eine weitere Idee gefällt mir besonders gut. In München hat sich auch eine Gruppe von Patinnen und Paten gebildet, die dieses Anliegen praktisch umsetzen wollen. Hier ein Auszug von der Münchner Webseite.

„ ‚Save- me‘-Patinnen und Paten gehen keine finanzielle Verpflichtung ein, sondern helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv mit, Flüchtlingen ihren Münchner Alltag zu erleichtern. Dies kann im Rahmen von Familienpatenschaften geschehen, durch die Hilfe bei der Wohnungssuche, der Unterstützung bei Hausaufgaben oder gemeinsamem Deutschlernen. Junge Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind, wollen wir ähnlich alte Paten und Patinnen zur Seite stellen, die zusammen mit anderen jungen Flüchtlingen und Paten Ausflüge organisieren und einen Einblick in das Leben in Deutschland geben.“

http://www.save-me-muenchen.de/paten.html

Was wäre, wenn wir in Deutschland eines Tages mehrere Hundert Städte und Gemeinden hätten, die alle bereit wären Flüchtlinge aufzunehmen? Sie würden ein starkes Signal an unsere Politiker senden. Denn es ist doch als Politiker viel einfacher, einer Flüchtlingsneuregelung oder einem Resettlement Programm der UNHCR zuzustimmen, wenn schon jetzt klar ist, wo und wie die ankommenden Flüchtlinge versorgt werden können! Die ‚Save-Me Kampagne‘ ist eine Idee, von der ich mir wünsche, dass sie noch in vielen Städten und Gemeinden in Deutschland umgesetzt wird. Gerade auch wir Christen werden immer wieder von der Bibel herausgefordert uns für diese Menschen einzusetzen und sie nicht zu vergessen. „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. Tu deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit und schaffe Recht dem Elenden und Armen.“ Sprüche 31.8-9

* Das Wort ‚Resettlement‘ wird im Deutschen mit dem Begriff Neuansiedlung übersetzt. In der Terminologie des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) bezeichnet Resettlement die Auswahl und den Transfer verfolgter Personen aus einem Staat, in dem die Betroffenen zunächst Schutz gesucht haben (Erstzufluchtstaat), in einen anderen Staat, der ihrer Aufnahme als Flüchtlinge zugestimmt hat und in dem sie sich dauerhaft niederlassen können. Mit einem Resettlement-Programm soll Flüchtlingen ein dauerhafter Schutz in einem sicheren Staat gewährt und den Menschen eine würdige Zukunftsperspektive eröffnet werden.

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Migranten, Soziale Gerechtigkeit

Bericht aus Boston - Eindrücke einer Besuchswoche Teil 2

Autor: Axel Nehlsen, 7. November 2011, 10:09

Die Beziehung von GfB zu Boston entstand auf zwei Schienen: 1. Weil wir vom faszinierenden quiet revival gehört hatten, der stillen Erweckung, also dem statistisch erfassten Wachstum der Zahl von Gemeindegründungen und Christen in der sehr säkularisierten Stadt. 2. Weil uns die Entdeckung der clip_image002interkulturellen Vielfalt und des Potenzials der Gemeinden in Boston als Beispiel für Berlin anspornte. Von daher war es ein Interesse unseres Besuchs, interkulturelle Gemeinden und die Art des Beziehungsbaus zwischen ethnisch verschiedenen Kirchen kennenzulernen.

Unsere Gastgeber, Margie und Bobby Bose (er indischer Herkunft aus Kalkutta, sie Amerikanerin aus Boston, hier mit ihrer Tochter) nahmen uns mit zu einem der Sonntagsgottesdienste ihrer Gemeinde Grace Chapel. Sie liegt in der aus dem Unabhängigkeits-Krieg bekannten Vorstadt Lexington. Eine große interkulturelle Gemeinde mit ca. 3000 Besuchern mit einem breit ausgebauten Kinderdienst. Der predigende Hauptpastor war zwar weiß, aber im Musikteam (Mischung aus traditionellen Hymnen und gemäßigtem Worship)und in anderen Diensten war die Mitarbeiterschaft sichtbar von ethnischer Vielfalt. Wir erlebten den zweiten Teil einer ambitionierten Predigtreihe, die über 40 Wochen durch die ganze Bibel führt (Living God´s Story). Die aktuelle Predigt über 1. Mose 3-11 (Titel „Paradise Lost“)

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schlug bemerkenswert klare und hilfreiche Schneisen durch die Urgeschichte der Bibel von Adam und Eva über Noah bis zum Turmbau zu Babel. Die Gemeinde bietet Alpha-Kurse und zahlreiche seelsorgerliche Angebote.

clip_image008Unser Partner, das Emmanuel Gospel Center (EGC), hat in seiner über 40-jährigen Geschichte exzellente Vertrauensbeziehungen zu einer Vielzahl von Gemeinden aufgebaut, sowohl „westlich-weißer“ Prägung als auch nicht-weißer Herkunft. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das EGC-Team aus Personen mit sehr unterschiedlichem ethnischen Hintergrund besteht (in den USA haben außer den Indianern natürlich alle Migrationshintergrund, deshalb ist das schwer in unsere Verhältnisse zu übersetzen). Schwarze, gelbe, braune und weiße Hautfarbe mischen sich selbstverständlich. Sie reden nicht nur von Interkulturalität, sondern leben sie tagtäglich. Das erlebten wir bei den täglichen Mittagsgebeten, wo dazu kommt, wer gerade da ist, auch Gäste. Eine besondere Erfahrung war die Teilnahme am wöchentlichen Teamtreffen, das einen ganzen Vormittag einnimmt. Nach einer geistlichen Besinnung mit Lobpreis und Gebet mündet es in eine Schulung der Mitarbeitenden mit Input und Gesprächsgruppen (Foto oben).

Thema an diesem Vormittag war das tiefere Verstehen und die Anwendung des Living System Ministry in allen Arbeitsbereichen von EGC. Manche wie das Projekt gegen Jugendgewalt (Grafik Jeff Bass) sind clip_image010schon sehr fortgeschritten im systemischen Arbeiten und wenden die Ergebnisse ihrer vorlaufenden Untersuchungen entsprechend an. Andere sind noch am Lernen (tröstlich für uns, die noch um die Fragen nach den Konsequenzen und der Anwendung für unseren Kontext ringen). Es geht um gründliche Datenerfassung und Erforschung der Bedingungen der Zielgruppe oder des Problems, aber immer mit dem Ziel der praktischen Anwendung (applied research). An Modellen und Schaubildern – für unterschiedliche emotionale und kulturelle Zugangsmöglichkeiten! - machte Jeff Bass, der Direktor, z. B. deutlich, warum Systemdenken wichtig und hilfreich ist. Er resümierte das in folgenden Stichworten, die für alle EGC-Projekte angewandt werden sollen: zuerst die Denkmodelle benennen; immer mit anderen zusammen arbeiten; darauf aus sein, Einsichten zu gewinnen und ständig zu lernen; Hebelpunkte herausfinden; Veränderungen feststellen.

Überhaupt scheint uns die ständige Lernbereitschaft (und damit einher gehend auch die Korrekturfähigkeit und das Ergänzungsbedürfnis!) ein heraus ragendes Kennzeichen von EGC und der systemisch-organischen Lebens- und Denkart der Beteiligten zu sein. Das läuft unseren (in der Vergangenheit nicht immer unberechtigten) Vorurteilen gegen eine amerikanische „Wir-sagen-euch-wie-es-gemacht-wird-Haltung“ diametral zuwider – gottlob! Uns ist klar geworden: Wir als sehr vom Kopf her geprägte Europäer können viel davon lernen.

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Berichte

Bericht aus Boston – Eindrücke einer Besuchswoche Teil 1

Autor: Axel Nehlsen, 29. Oktober 2011, 8:18

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Zusammen mit meiner Frau hatte ich Gelegenheit, im Anschluss an eine private USA-Reise unsere Partnerorganisation Emmanuel Gospel Center (www.egc.org) in Boston/Massachusetts/USA zu besuchen. EGC ist ein überkirchlicher Dienst mit derzeit 36 Mitarbeitenden plus einigen Freiwilligen. Inzwischen über 40 Jahre dient er den Christen und der Stadt, insbesondere im Bereich der immigrant churches (Migrationskirchen). Es wurden Ausbildungsgänge für Pastoren und Mitarbeiterinnen dieser Gemeinden entwickelt, Gemeindegründungen gefördert, Stadtteilerneuerung betrieben u.v.a.

Hier die Vision und das Mission Statement von EGC:

The Emmanuel Gospel Center is a faith-based, non-denominational, Christian organization that seeks to identify and nurture the systems that empower the effective ministry of urban churches in their communities. We engage in applied research to help us understand the city as it constantly changes. And we offer consulting and programs designed to help churches grow stronger and serve people better.

The mission of the Emmanuel Gospel Center is to understand and help nurture the vitality of the church in the context of the broader urban community, particularly in Boston’s low income and immigrant communities where the work of the church is so critical.

Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin unseres Forums Interkulturelle Beziehungen (www.fikb.de) arbeitet dort seit fast einem Jahr vollzeitlich im Team: Dr. Bianca Dümling (Foto Mitte, rechts Axel Nehlsen) ist Stellvertreterin des Leiters der interkulturellen Arbeit, Gregg Detwiler (links). Sie hat ihn zuerst für einige Monate in seiner Sabbatzeit vertreten und arbeitet jetzt mit ihm zusammen, unter anderem an einem Konzept für diverse leadership.

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Dieser Arbeitszweig versteht sich so:

Intercultural Ministries focuses on connecting the Body of Christ across cultural lines to express and advance the Kingdom of God in the city, region, and world.

Bianca hat für uns ein vielfältiges Programm mit zahlreichen Begegnungen erstellt, von denen ich in dieser Serie auf unserem Blog erzählen will. Wir haben das Gründerehepaar Dr. Douglas und Judy Hall (Foto) getroffen, die vor 3 Jahren auf der Transforum-Konferenz in Berlin waren. 

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Beide sind inzwischen über 70 und doch noch aktiv im Hintergrund der Arbeit, in vielen Kontakten und vor allem im Festhalten der jahrzehntelangen Erfahrungen in Boston in Buchform. Sie haben in dem, was Gott - wesentlich durch die Migrationskirchen - in Boston an massiven Veränderungen und erwecklichen Aufbrüchen (quiet revival) bewirkt hat, ein Grundmuster entdeckt: das Living System Ministry. Davon handelt das Buch „The Cat and the Toaster“, das wir in diesem Jahr in deutschen Zusammenfassungen auf diesem Blog dargestellt haben (Fortsetzungen folgen). Es war faszinierend, das systemisch-organische Denken in der Anwendung zu erleben und die Folgen der „stillen Erweckung“ in der sichtbaren Veränderung der Stadtviertel im Bostoner Süden zu sehen.

Living System Ministry (LSM) ist eine Art zu denken und zu leben, erklärte uns Ehepaar Hall: sich ständig umkehrbereit und lernend fragen, ob mein Handeln kontraproduktiv sein könnte; das Wesentliche nicht von meinem Einsatz und den Programmen erwarten, sondern immer suchen, wo Gott schon am Werk ist und wie ich mich damit verbinden kann. Auch Halls als Profis sind immer noch Lernende. Befragt nach den Zusammenhängen dessen, was im christlichen Raum geschieht, mit dem Gesamtsystem der Stadt, erzählten sie das folgende Beispiel.

Zu der geistlichen Entwicklung des quiet revival (das etwa 600 Gemeindegründungen zur Folge hatte) kam mit der New Economy (Gründung von 1.500 neuen kleinen Firmen in Boston in den 1990ern und 2000ern) eine davon völlig unabhängige Entwicklung, die Gott aber zu gegenseitiger Befruchtung führte. Durch das quiet revival stiegen Stadtteile in South Boston sozial auf, die Wohnsituation verbesserte sich bedeutend, die Schulbildung wurde besser, mehr Abgänger bekamen qualifizierte Abschlüsse. Genau diese Leute fanden dann Ausbildung und Arbeit bei den neuen Firmen, die Stellen besetzen wollten. So führten zwei voneinander unabhängige systemische Entwicklungen im Ergebnis (und im lebendigen System Gottes!) zur gegenseitigen Befruchtung und brachten die Transformation in der Stadt und Gesellschaft sichtbar voran.

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Berichte, Transformation

Danken, Feiern und Beten – 21 Jahre deutsche Einheit

Autor: Axel Nehlsen, 15. Oktober 2011, 18:04

Gemeinsam für Berlin e.V., der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin und der Internationale Konvent luden am 3. Oktober zu einer interkulturellen und ökumenischen Feier der Deutschen Einheit ein. Es begann mit einer ökumenischen Andacht, zusammen mit der katholischen kroatischen Gemeinde in der St.-Sebastian-Kirche im Wedding, also auf der Westseite der ehemaligen Mauer. Der kroatische Jugendchor sang. Pfarrer Axel Nehlsen hielt eine Ansprache zu Psalm 107. Es wurde in fünf Sprachen gedankt und gebetet.

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Anschließend zogen die Teilnehmer, begleitet von einer Bläsergruppe, mit Transparenten und Liftballons Danklieder singend zum Mauerstreifen an der Bernauer Straße und durch die neu gestaltete Gedenkstätte, also vom ehemaligen Westen in den ehemaligen Osten.

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In der Kapelle der Versöhnung erinnerte Pfarrer Manfred Fischer eindrücklich an die Opfer der Mauer und das Wunder ihres Falls 1989.

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Über die Bernauer Straße und die Brunnenstraße ging der Zug zur Christus-Kirche in Berlin-Mitte im ehemaligen Ostteil der Stadt. Dort gab es zunächst einen bewegenden Filmausschnitt aus „Nikolaikirche“, der noch einmal die Dramatik der Zeit vor 21 und 22 Jahren vor Augen führte. „Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete.“

Die interkulturelle Formation WakeUp gab sodann ein Lobpreiskonzert. Das gemeinsame Danken, Feiern und Beten mündete ein in eine Zeit der Begegnung bei Essen und Trinken.

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Viele waren am Ende der Meinung, man solle diese Art der Feier des Tages der deutschen Einheit wiederholen, insbesondere den Zug über den ehemaligen Mauerstreifen.

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Berichte, Berlin, Veranstaltungen

REICHT FASTen?

Autor: GfB, 27. September 2011, 13:27

Am Sonntag, den 16. Oktober, wird weltweit der Micha-Sonntag gefeiert. In Berlin findet um 19 Uhr ein Gottesdienst in der Reformationskirche/Berlin-Moabit statt. Weitere Infos siehe Abbildungen.

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Soziale Gerechtigkeit, Veranstaltungen

Über uns

Gemeinsam für Berlin e.V. ist eine Initiative im Großraum Berlin mit dem Ziel, alle gesellschaftlichen Bereiche der Stadt mit dem Evangelium von Jesus Christus zu erreichen.

Wie auf dem Transforum Berlin, unserer in unregelmäßigen Abständen stattfindenden Konferenz für City-Reaching, geht es auf diesem Blog um das Thema "Das Reich Gottes und unsere Städte".