Autor: Harald Sommerfeld, 18. November 2012, 19:52
Es gibt immer wieder Beispiele dafür, dass die physische Anwesenheit von Christen zählt. Das Engagement in sozialen Brennpunkten einer Stadt wird begünstigt, wenn Christen dort wohnen oder dorthin ziehen. Gebet hat auf der Straße besonderes Potential, wie wir mehrfach am 1. Mai in Berlin erlebt haben. Eine neue Studie über die Favelas in Pirambu/Fortaleza im Nordosten Brasiliens beschreibt einen besonders interessanten Fall.
Wie in vielen Städten Brasiliens hat auch in Pirambu in den letzten Jahrzehnten die Zahl der crentes (so werden die nicht-katholischen Christen bezeichnet) stark zugenommen. Viele neue evangelikale/ pfingstliche Gemeinden sind entstanden. Oft treffen die Gläubigen sich in zu Gemeinderäumen umgebauten Läden oder Wohnzimmern.
Noch vor einiger Zeit wurden die Straßen nach Einbruch der Dunkelheit, wenn immer mehr Bewohner sich in ihre Häuser und vor ihre Fernseher zurückzogen, gefährlich. Gewalt und Kriminalität, oft mit Drogen zusammenhängend, breiteten sich aus. Da mögliche Räuber oder Angreifer nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind, fühlten die Leute sich draußen nicht mehr sicher.
Doch seit die Zahl der crentes zugenommen hat, sieht man abends immer mehr Gläubige auf den Straßen, die allein oder in Gruppen unterwegs zu ihren Gemeindetreffen sind. Sie sind leicht zu erkennen: an einer gewissen – wenn auch bescheidenen – Förmlichkeit der Kleidung und meist an einer Bibel oder einem Liederbuch unter dem Arm. Sie wagen sich auf die Straße, und sie sind bekannt dafür, Fremde mit einem Lächeln zu begrüßen.
Ihre Anwesenheit hat zu einer größeren Sicherheit auf der Straße geführt, denn diese ist jetzt kein verlassenes Territorium mehr. Eine Einwohnerin von Pirambu drückt das so aus:
Die eigentlichen Sicherheitskräfte in unserer Nachbarschaft sind die Gemeindeleute. Sie sind so nett gekleidet, wenn sie am Abend vorbeikommen. Durch ihre Anwesenheit ist es bei uns sicherer.
Und da es in Pirambu so viele Gemeinden gibt, gibt es an jedem Abend der Woche Gottesdienste, deren Besucher bis zum späten Abend unterwegs sind.
Auf diese Weise durchbrechen evangelikale Fußgänger räumliche Barrieren, die die Furcht errichtet hat. Sie machen die Straßen wieder zu einem öffentlichen Raum, in dem die Anwohner sich begegnen können.
Informationen und Zitate aus: Garmany, Jeff (2012): Slums, space and spirituality: religious diversity in contemporary Brazil. In: Area (Royal Geographical Society), online Vorabveröffentlichung.
Transformation
Autor: GfB, 12. November 2012, 9:41
Auf der Webseite des in den Elendsvierteln Mexikos arbeitenden Dienstes Communidad Mosaico (Mosaik-Gemeinschaft) finden sich sehr interessante und anregende Gedanken und Grundsätze darüber, was denn das Ziel der Transformation ist, die wir in der Gesellschaft anstreben. Wir geben sie zur Diskussion in einer deutschen Übersetzung wesentlicher Teile und verweisen auf den ganzen englischen Text, der als PDF vorliegt.
Das Ziel der Transformation – The Goal of Transformation
Für die Comunidad Mosaico ist es nicht das Ziel, (materiell) arme Menschen in solche aus der Mittel- oder Oberschicht zu verwandeln, also in eine Gruppierung, die oft für Folgendes bekannt ist: hohe Scheidungsraten, sexuelle Sucht, Egoismus und emotionale Ungesundheit. Es ist auch nicht das Ziel, Lebensentwürfe wie „Amerikanischer Traum“, „Deutscher Traum“, oder „Nordischer Traum“ zu fördern.
Stattdessen nutzen wir den Begriff “holistic transformational development” (ganzheitliche transformative Entwicklung), um das zu beschreiben, was wir in den urbanen armen Gemeinden anstreben, in denen wir leben und arbeiten. Für uns heißt das konkret:
a) Die Wiederherstellung von Menschen zu dem vollen Ausdruck ihrer Humanität, erschaffen nach dem Bild Gottes – in materieller, physischer, sozialer, spiritueller und emotionaler Hinsicht. Diese Verwandlung beinhaltet auch die Wiederherstellung der Identität in Christus und die Berufung als Haushalter von Gottes Schöpfung.
b) Die Förderung von vertrauensvollen, versöhnten und gerechten Beziehungen unter Menschen, in denen sie die Fülle des Lebens im Einklang mit Gott, sich selber, anderen, der Umwelt und Systemen genießen können und die Suche nach kulturellen Paradigmen, die die städtischen Armen mit einschließen.
c) Das Erschaffen von Gemeinschaften, die eine gemeinsame Vision und ein Gemeinschaftsgefühl haben; die Verantwortung dafür übernehmen, ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu verbessern und auch die ihrer Mitmenschen; die eine visionäre und dienende Leitung haben, die ihnen den Weg zeigen; die notwendige Ressourcen, Fertigkeiten und Wissen haben, ihre Ziele voranzubringen - und parallel dazu immer wieder über die Prozesse reflektieren, um effektiver zu werden.
d) Das Schaffen von neuen Institutionen sowie die Wiederherstellung schon existierender Strukturen, so dass das Leben in seinen vielfältigen Formen gefeiert werden kann – mit der Erkenntnis, dass schon vorhandene Institutionen und Systeme nur von institutionalisierten Alternativen effektiv in Frage gestellt und herausgefordert werden können. Solche Alternativen können innerhalb schon vorhandener Institutionen entwickelt werden oder auch ganz neu entstehen.
e) Gott suchen in allem was wir tun und sind, damit sein Reich und seine Herrlichkeit – sein Charakter, seine Gerechtigkeit, Schönheit, Liebe und sein Shalom – sich immer mehr zeigen hier auf Erden wie im Himmel – wahrnehmbar in den Menschen, in räumlicher Ästhetik, ökologischen Überlegungen, in Strukturen und kulturellen Werten.
In dem wir diese Ziele auflisten, wird klar, dass es keine einfache Aufgabe ist, „ganzheitliche transformative Entwicklung“ zu definieren, da der Begriff schon wert-beladen ist, wodurch eine präzise Definition schwer zu fassen ist. Dennoch folgt ein Versuch, sich dieser Definition anzunähern.
Die Messung von ganzheitlicher Transformation
Auf der Basis unseres Verständnisses von Armut und von den Zielen ganzheitlicher transformativer Entwicklung, messen wir Transformation in armen urbanen Stadtvierteln anhand wachsender Sichtbarkeit der folgenden zehn Anzeichen:
- ansteigendes Wachstum und Teilhabe an Glaubensgemeinschaften, die ganzheitliche Transformation durchmachen
- erhöhte geistige und psychologische Gesundheit sowie Freiheit von zerstörendem Verhalten
- verbesserter Zugang zu lebensverbessernder Bildung
- verbesserte Gesundheit der Umwelt und des Gemeinwesens
- erweiterte Möglichkeiten zur Erlangung wirtschaftlicher Eigenständigkeit
- erhöhtes Wohlbefinden und Gesundheit bei Familien
- erhöhte kommunale Teilhabe zu Gunsten des Allgemeinwohls
- verbesserte Beziehungen und Zusammenarbeit zwischen Armen und Nicht-Armen
- politische, ökonomische und rechtliche Systeme, die sich immer mehr für Arme einsetzen
- Sichtbarkeit von Veränderungsprozessen, die messbar und multiplizierbar sind
Transformation
Autor: Axel Nehlsen, 29. Oktober 2011, 8:18

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Zusammen mit meiner Frau hatte ich Gelegenheit, im Anschluss an eine private USA-Reise unsere Partnerorganisation Emmanuel Gospel Center (www.egc.org) in Boston/Massachusetts/USA zu besuchen. EGC ist ein überkirchlicher Dienst mit derzeit 36 Mitarbeitenden plus einigen Freiwilligen. Inzwischen über 40 Jahre dient er den Christen und der Stadt, insbesondere im Bereich der immigrant churches (Migrationskirchen). Es wurden Ausbildungsgänge für Pastoren und Mitarbeiterinnen dieser Gemeinden entwickelt, Gemeindegründungen gefördert, Stadtteilerneuerung betrieben u.v.a.
Hier die Vision und das Mission Statement von EGC:
The Emmanuel Gospel Center is a faith-based, non-denominational, Christian organization that seeks to identify and nurture the systems that empower the effective ministry of urban churches in their communities. We engage in applied research to help us understand the city as it constantly changes. And we offer consulting and programs designed to help churches grow stronger and serve people better.
The mission of the Emmanuel Gospel Center is to understand and help nurture the vitality of the church in the context of the broader urban community, particularly in Boston’s low income and immigrant communities where the work of the church is so critical.
Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin unseres Forums Interkulturelle Beziehungen (www.fikb.de) arbeitet dort seit fast einem Jahr vollzeitlich im Team: Dr. Bianca Dümling (Foto Mitte, rechts Axel Nehlsen) ist Stellvertreterin des Leiters der interkulturellen Arbeit, Gregg Detwiler (links). Sie hat ihn zuerst für einige Monate in seiner Sabbatzeit vertreten und arbeitet jetzt mit ihm zusammen, unter anderem an einem Konzept für diverse leadership.
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Dieser Arbeitszweig versteht sich so:
Intercultural Ministries focuses on connecting the Body of Christ across cultural lines to express and advance the Kingdom of God in the city, region, and world.
Bianca hat für uns ein vielfältiges Programm mit zahlreichen Begegnungen erstellt, von denen ich in dieser Serie auf unserem Blog erzählen will. Wir haben das Gründerehepaar Dr. Douglas und Judy Hall (Foto) getroffen, die vor 3 Jahren auf der Transforum-Konferenz in Berlin waren.
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Beide sind inzwischen über 70 und doch noch aktiv im Hintergrund der Arbeit, in vielen Kontakten und vor allem im Festhalten der jahrzehntelangen Erfahrungen in Boston in Buchform. Sie haben in dem, was Gott - wesentlich durch die Migrationskirchen - in Boston an massiven Veränderungen und erwecklichen Aufbrüchen (quiet revival) bewirkt hat, ein Grundmuster entdeckt: das Living System Ministry. Davon handelt das Buch „The Cat and the Toaster“, das wir in diesem Jahr in deutschen Zusammenfassungen auf diesem Blog dargestellt haben (Fortsetzungen folgen). Es war faszinierend, das systemisch-organische Denken in der Anwendung zu erleben und die Folgen der „stillen Erweckung“ in der sichtbaren Veränderung der Stadtviertel im Bostoner Süden zu sehen.
Living System Ministry (LSM) ist eine Art zu denken und zu leben, erklärte uns Ehepaar Hall: sich ständig umkehrbereit und lernend fragen, ob mein Handeln kontraproduktiv sein könnte; das Wesentliche nicht von meinem Einsatz und den Programmen erwarten, sondern immer suchen, wo Gott schon am Werk ist und wie ich mich damit verbinden kann. Auch Halls als Profis sind immer noch Lernende. Befragt nach den Zusammenhängen dessen, was im christlichen Raum geschieht, mit dem Gesamtsystem der Stadt, erzählten sie das folgende Beispiel.
Zu der geistlichen Entwicklung des quiet revival (das etwa 600 Gemeindegründungen zur Folge hatte) kam mit der New Economy (Gründung von 1.500 neuen kleinen Firmen in Boston in den 1990ern und 2000ern) eine davon völlig unabhängige Entwicklung, die Gott aber zu gegenseitiger Befruchtung führte. Durch das quiet revival stiegen Stadtteile in South Boston sozial auf, die Wohnsituation verbesserte sich bedeutend, die Schulbildung wurde besser, mehr Abgänger bekamen qualifizierte Abschlüsse. Genau diese Leute fanden dann Ausbildung und Arbeit bei den neuen Firmen, die Stellen besetzen wollten. So führten zwei voneinander unabhängige systemische Entwicklungen im Ergebnis (und im lebendigen System Gottes!) zur gegenseitigen Befruchtung und brachten die Transformation in der Stadt und Gesellschaft sichtbar voran.
Berichte, Transformation
Autor: Rosemarie Stresemann, 24. September 2010, 14:58
Die Arbeit des Straßenkinder e.V. entstand aus der anfänglich spontanen Hilfe für Punks und Jugendliche u. a. an der Gedächtniskirche und besteht seit dem Jahr 2000 als eingetragener Verein. Aus dieser Initiative hat sich inzwischen ein erfolgreiches Resozialisierungskonzept entwickelt. Junge Menschen werden beim Ausstieg aus der Straßenkinderszene und bei der Reintegration in die Gesellschaft unterstützt. Träger ist ein christlich-interkonfessioneller Verein, Mitglied im Diakonischen Werk, tätig an verschiedenen Brennpunkten wie z. B. Alexanderplatz und Ostbahnhof. Das „Kinder- und Jugendhaus Bolle“ wird derzeit umgebaut und steht kurz vor der Eröffnung. Es liegt in einem Problemkiez von Marzahn mit einer Hartz IV-Dichte von 42 %, eine der kinderreichsten Gegenden von Berlin. Schon seit längerem wird ein Zusammenhang zwischen der wachsenden Kinderarmut und dem Straßenkinderdasein beobachtet. Immer mehr äußerlich unauffällige Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien landen, zumindest für eine Zeit, auf der Straße. Dem wird das “Kinder- und Jugendhaus Bolle” mit klar christlich motivierten und sozialpädagogisch qualifizierten Konzept entgegenwirken. Es soll mit einer Vielzahl von Angeboten dafür sorgen, dass Kinder erst gar nicht auf der Straße landen.
Berlin, Ehrenamtliches Engagement, Modelle der Hoffnung, Transformation
Autor: GfB, 29. April 2010, 16:52
In immer mehr Gegenden der Welt hat die Botschaft des Evangeliums einen starken Einfluss auf die Bevölkerung, manchmal werden dadurch ganze Städte und Dörfer tiefgreifend verändert – transformiert. Vor mehreren Jahren erforschte die Sentinel Group mehrere solcher Fälle, die Reportagen sind auf den weithin bekannten Transformations-Videos zu sehen.
Diese Dokumentarfilme wurden gelobt und kritisiert. Gelobt, weil die Berichte Hoffnung machten auf tatsächliche Veränderung und weil sie dem Gebet vieler Christen und Gemeinden neue Motivation gaben. Kritisiert, weil sie als einseitig wahrgenommen wurden (starke Betonung auf dem Gebet und der Einheit des Volkes Gottes als Schlüsselfaktoren für Veränderung und gleichzeitiges Ignorieren anderer gesellschaftlicher Faktoren) und auch, weil die Aussagen mitunter etwas zu enthusiastisch sind. Dennoch: Hier war der Geist Gottes am Werk, und einige der Veränderungen sind ziemlich bemerkenswert und ungewöhnlich. Die Sentinel Group hat jetzt eine Liste von zehn Städten und Dörfern zusammengestellt, die nach ihrer Definition eine geistliche Transformation erlebt haben:
1. Cali in Kolumbien
Jahrzehntelang galt Cali als „Kokain-Hauptstadt“ der Welt. Nichts konnte sich der grausamen und korrupten Herrschaft des Drogenkartells entziehen. Mitte der 1990er-Jahre jedoch begannen Zehntausende von Gläubigen aus vielen Gemeinden der ganzen Stadt im Fußballstadion Gebetsnächte durchzuführen – und der eiserne Griff der Drogenbarone wurde zerbrochen.
2. Karawa in Papua-Neuguinea
Mit seiner langen Tradition der Satansanbetung wurde Karawa „die ewig gestrige Schwester der Keapara-Dörfer“ genannt. Doch 2006 griffen einige Bewohner den „Heile unser Land“-Prozess der Fidschi-Inseln auf und in tiefer Buße verbrannten sie ihre Fetische. Die wirtschaftliche Situation verbesserte sich fast sofort – salziges Wasser wurde süß, die Gärten blühten wieder auf und auch das Meer wurde wieder voller Leben.
3. Fischer, ein Dorf in Brasilien
Fischer ist ein unscheinbares Dorf; man wundert sich, wie es auf diese Liste kommt. Doch noch vor wenigen Jahren lebten die meisten Menschen hier auf der Müllkippe. Mit den Geiern stritten sie sich um verfaulte Abfälle von ranzigem Fleisch, deshalb waren Krankheit und Tod ihre unentwegten Begleiter. In ihrer Not schrien sie zu Gott, und Er antwortete mit einem Rettungsplan. Das Dorf erlebte dramatische Heilungen, es wurden Häuser gebaut und nun hat Fischer neue Hoffnung.
4. Nateleira (Fidschi-Inseln)
Dieses Küstendorf war ein klassisches Beispiel des verlorenen Paradieses. Kein Süßwasser, ein totes Riff und ein dramatischer Anstieg der Selbstmordrate unter Jugendlichen. Aber das war, bevor die ungefähr 1˙200 Ortsansässigen ihre Sünde bereuten und ihr Land wieder Gott weihten. Zwei Tage später erschien über der Küste ein strahlendes Licht und die See schien hellauf zu lodern – über eine halbe Stunde lang. Anschließend war das Riff wieder intakt und in den seichten Küstengewässern schwammen Tausende von Fischen.
5. Clay County (USA)
Clay County in Kentucky hatte traurige Berühmtheit erlangt durch seine Familienfehden, die mehr als 160 Menschenleben forderten. Clay County gehörte auch zu den ärmsten Gebieten der Vereinigten Staaten und hatte eine hohe Rate von Drogenabhängigen. Doch das gehört nun der Geschichte an. 2004 kamen Gläubige aus den örtlichen Gemeinden zusammen und sagten: „Jetzt reicht’s aber!“ Daraufhin erlebte die Ortschaft ein geistliches Erwachen, das inzwischen jeden Lebensbereich dieser ehemaligen Saline erfasst und neu geordnet hat.
6. Almolonga in Guatemala
Diese Stadt wurde durch das Transformations-Video der Sentinel Group bekannt als „Stadt der Riesen-Karotten“. Ehemals eine Stadt von gottlosen und betrunkenen „Streithähnen“ ist Almolonga heute zum gottesfürchtigen, geschäftigen Landwirtschaftszentrum geworden. 85 Prozent der 19˙000 Einwohner sagen von sich, sie seien wiedergeborene Christen. Für die Zeitungen des Landes Grund genug, die Almolonga „Ciudad de Dios“ zu nennen – Gottesstadt.
7. Shillong in Indien
Shillong ist die Hauptstadt von Meghalaya, eines der nur drei überwiegend christlich bevölkerten Staaten in Indien (alle drei befinden sich im Nordosten des Landes). In den Jahren 1905–1906 hatte hier Erweckung stattgefunden, aber irgendwann war das Feuer erloschen. Ein Jahrhundert verging. Seit drei Jahren beten die örtlichen Gläubigen leidenschaftlich darum, dass Gott ihre Stadt wieder besuchen sollte – und Er tat es! Von 2006 bis 2007 erlebten sie eine Ausgießung des Heiligen Geistes. Tausende bekehrten sich zu Gott, wurden verändert und geheilt. Schnapsbrennereien wurden geschlossen, und Kinder verkündigten das Wort Gottes.
8. Rukua auf Beqa (Fidschi-Inseln)
Rukua ist ein Küstendorf auf der Insel Beqa (ausgesprochen: Benga), die berühmt ist für ihre Priesterkaste, die das Ritual des Durchs-Feuer-Laufens praktiziert. Nach Jahren mit vorzeitigen Todesfällen und sozialen Unruhen sagten die Dorfbewohner sich von den alten Wegen los und wandten sich Gott zu. Wie daraufhin ihre Gesundheit, das Gemeinwesen und ihr Land wiederhergestellt wurden, wird gezeigt in dem Dokumentarfilm der Sentinel Group „Let the Sea Resound“ (Deutsch etwa: „Es brause das Meer“)
9. Algodao de Jandaira in Brasilien
Diese Stadt in der Wüstenregion des nördlichen Brasiliens hatte seit 23 Jahren keinen Regen mehr gesehen. In dieser aussterbenden Stadt gab es nur eine Handvoll Gläubige – aber sie schrien zu Gott um Hilfe. Und Er antwortete, indem Er den Himmel öffnete. Während der Regen fiel, wurden Land und Leute verändert. Einst als „grau“ bezeichnet, werden um Algodao jetzt mehrere Getreidearten angebaut. In den früher ausgetrockneten Reservoirs werden jetzt wieder Fische und Garnelen gezüchtet.
10. Isle of Lewis (Äußere Hebriden, Schottland)
Die schottischen Äußeren Hebriden sind bekannt wegen ihrer Erweckungen, besonders die Isle of Lewis. Seit der letzten bemerkenswerten Gnadenheimsuchung Gottes ist nun ein halbes Jahrhundert vergangen, aber die Nachwirkungen dieser mächtigen Bewegung sind immer noch zu spüren. Im Laufe der Jahre wurden Tausende gerettet, sie wurden von Sünde überführt – unter ihnen viele Matrosen und Fischer auf der Durchreise.
Quelle: www.glowtorch.org via Joel News Ausgabe 13 | 09. APRIL 2010
Berichte, Transformation
Autor: Harald Sommerfeld, 22. April 2009, 17:41
Zu diesem Thema hat die Micha-Initiative einen Beitrag von Rolf Zwick veröffentlicht.
Gentechnik, Aids oder die Zunahme der Zahl alleinerziehender Mütter und Väter haben nach dem Verständnis vieler Christen nichts mit Evangelisation zu tun. Das sah man beim „Lausanne Forum 2004“ in Pattaya (Thailand) ganz anders.
Das Lausanne Forum hat, wie viele Veranstaltungen der weltweiten Lausanner Bewegung vorher, gezeigt, wie sehr politische und gesellschaftliche Themen mit dem Anliegen der Evangelisation verbunden sind, es sogar dringend notwendig ist, sich mit ihnen auseinander zu setzen, wenn Evangelisation gelingen soll. In insgesamt 31 unterschiedlichen „Issue Groups“, die allesamt kleine Konferenzen in sich waren, wurden zu den jeweiligen Themen auch gesellschaftliche und politische Fragen besprochen.
In vielen „Issue Groups“ wurde der Kontext diskutiert, in den hinein das Evangelium an den unterschiedlichen Orten der Welt gepredigt wird. Dabei wurde über postmoderne Phänomene, insbesondere in den westlichen Ländern genauso beraten wie in Bezug auf Lateinamerika, Afrika und Asien über die Auswirkungen der Globalisierung, der Aids-Epidemie, der Armut und des religiösen Nationalismus. Überall wurde deutlich, dass die Aufgabe der Evangelisation nur dann effektiv bewältigt werden kann, wenn die Christen die sozialen und politischen Fragen nicht verdrängen, sondern aktiv in die Verkündigung einbeziehen. Gleichzeitig gingen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen davon aus, dass Evangelisation nicht nur die angesprochene Person verändert, sondern auch die Umwelt transformiert …
Zwick führt viele Beispiele aus der Lausanner Bewegung an, in denen dieses Thema unter verschiedenen Aspekten behandelt wird. Dann geht er auf einen wichtigen Begriff ein.
Schlüsselbegriff Transformation
Der Begriff Transformation war einer der Schlüsselworte des gesamten Lausanne Forum 2004 in Pattaya. Während dieser Begriff im deutschen Sprachraum in Bezug auf Evangelisation kaum benutzt wird, wurde der Terminus im englischsprachigen Bereich spätestens 1983 auf einer Konferenz der Weltweiten Allianz in Wheaton (USA) zum Thema „The Church in Response to Human Need“ eingeführt.
Unter dem Titel „I will build my Church“ hieß es dort: „Gemäß der biblischen Sicht des menschlichen Lebens, ist Transformation der Wechsel von einer Existenz gegen Gottes Willen zu einem Leben, das die Fülle des Lebens in Einklang mit Gott selbst bedeutet (Johannes 10,10; Kolosser 3,8-15; Epheser 4,13).“ Seit dieser Zeit ist Transformation im Sinne einer ganzheitlichen Sendung als Begriff gebraucht worden, der die Integration von Evangelisation und Sozialem Engagement beschreibt. Dabei wird dieser Begriff sowohl für die Veränderung der Menschen als auch die Veränderung ganzer Gemeinschaften, Stadtteile, Dörfer oder sogar Städte gebraucht. Die Veränderungen erfolgen gemäß den Werten des Reiches Gottes, in dem wir Menschen handeln, reden und miteinander unser Leben gestalten. Es gibt keinen Lebensbereich, der für die Mission Priorität hat, weil die Herrschaft Jesu Christi für alle wirtschaftlichen, religiösen, persönlichen und politischen Aspekte des Lebens gleichermaßen gilt. Mission ist so Zeugnis in allen Bereichen des Lebens, mit einer kontextuell angemessenen Interpretation des Evangeliums …
Bei der Beschreibung von Mission als Transformation geht es nun im Einzelnen um die folgenden Punkte:
1. Weder Evangelisation noch soziale Aktion können für sich stehen. Nur wenn beides zusammen kommt, geschieht Mission im Sinne Jesu (Johannes 20,21).
2. Mission darf nicht als Urteil oder gar Verurteilung von Menschen praktiziert werden. Vielmehr besteht Mission darin, mit anderen Menschen einen gemeinsamen Weg zu gehen. Mission ist daher weniger eine Veranstaltung als eine Reise, auf die wir andere Menschen einladen.
3. Mission als Transformation heißt Mission im Kontext. Danach gibt es keine objektive biblische Wahrheit, die nur auf das persönliche Leben angewandt werden muss. Schon in den ersten Jahrhunderten der Kirche bestimmten auch sozio-ökonomische Gegebenheiten die theologischen Entscheidungen mit. Der Kontext bestimmt auch das Verständnis der Bibel.
4. Theologie muss mit der Praxis verbunden sein. Christen müssen an unterschiedlichen Stellen in ihrem sozialen Umfeld engagiert sein, um sich gerade in diesem Umfeld für eine Veränderung in Richtung eines erfüllten Lebens und nach den Grundsätzen der Liebe einsetzen zu können.
5. Transformation beginnt in der Gemeinde vor Ort. Dabei hilft es wenig, Dinge mit systematischer Theologie generell erklären und ausdrücken zu können. Vielmehr geht es um Gottes Geist, um Glauben, Hoffnung und Liebe wie sie im Umgang miteinander in der Gemeinde erfahrbar werden.
6. Mission ist Befreiung und das Erlebnis neuer Kraft. Die befreiende Kraft des Evangeliums gilt für alle, arm und reich, jedoch brauchen die Armen und die Benachteiligten sie mehr als andere.
7. Wenn immer das Evangelium in Bezug auf das gesellschaftliche Umfeld gepredigt wird, steht die Versöhnung im Mittelpunkt. Dabei geht es sowohl um Gottes Versöhnung mit uns als auch um die Versöhnung der Menschen untereinander. Praktische Versöhnung ist das mächtigste Zeugnis des Evangeliums.
8. Mission als Transformation bedeutet auch den Aufbau der Gemeinschaft der Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu als Gemeinschaft der Veränderung und der Hoffnung.
Entsprechend formuliert die Schlusserklärung des Lausanne Forum 2004 in Pattaya:
„Wir erkennen an, dass wir immer wieder neu Umkehr und Umwandlung (Transformation) brauchen. Wir müssen uns immer weiter öffnen für die Führung durch den Heiligen Geist und für die Herausforderungen durch Gottes Wort. Es ist nötig, dass wir zusammen mit anderen Christen in Christus wachsen. All dies soll in einer Weise geschehen, die zu sozialer und wirtschaftlicher (gesellschaftlicher) Veränderung führt. Wir erkennen an, dass die Breite des Evangeliums und der Bau des Reiches Gottes Leib und Seele sowie Verstand und Geist brauchen. Deshalb rufen wir zu einer zunehmenden Verbindung von Dienst an der Gesellschaft und Verkündigung des Evangeliums auf.“
Der vollständige Beitrag von Rolf Zwick ist hier zu finden.
Soziale Gerechtigkeit, Transformation
Autor: Rosemarie Stresemann, 5. März 2009, 19:10
Am Wochenende war ich in Halle und habe dort ein Seminar durchgeführt mit dem Ziel, Christen zu motivieren, für ihr Wohnviertel zu beten. Es gibt in Halle bereits zwei Gruppen, die für ihr Wohnviertel beten. Von einer Gruppe möchte ich hier berichten. Sie beten in dem Viertel Giebichenstein. Ein Ehepaar war vor 21 Jahren dorthin gezogen. Zu dieser Zeit galt das Viertel als „dem Tod geweiht”, denn die DDR Regierung hatte konkrete Pläne zum Abriss. Deswegen zogen die meisten Leute aus diesem Viertel aus. Es war grau und verschmutzt und viele Häuser standen leer. Mit der Wende 1989 wurden die Pläne zum Abriss auf Eis gelegt. In dieses Ruinenviertel zogen nun Künstler und Studenten ein. Vor fünf Jahren fing eine kleine Gruppe an, für dieses Viertel zu beten. Aber dabei blieb es nicht. Ein Bürgerstammtisch wurde gegründet. Einmal im Monat kommen dort Menschen zusammen und überlegen, wie sie ihr Viertel verbessern können. Eine Pflanzungsaktion wurde gestartet, bei der Säuberung des Viertels wurde mitgeholfen und die Leute lernten sich so kennen. Auf einer Bürgerversammlung konnten gute Kontakte mit dem politisch Verantwortlichen geknüpft werden. Die Christen konnten von ihren Wünschen, Vorstellungen und Träumen für das Stadtviertel berichten. Inzwischen ist in diesem Viertel viel geschehen. Jetzt ist Leben eingezogen! Viele Häuser wurden saniert. Es gibt eine erweckte evangelische Gemeinde vor Ort. Durch das Gebet wurden auch verborgene Missstände aufgedeckt. Eine Drogerazzia wurde sehr erfolgreich durchgeführt.
Das Gebet im eigenen Wohnviertel wurde hier zur Plattform für konkrete Transformation - ein nachahmenswertes Beispiel!
Gebet, Modelle der Hoffnung, Transformation
Autor: Harald Sommerfeld, 15. Januar 2009, 12:09

Am 3. März findet unter unter dem Thema
Die Welt umarmen - die heilende Kraft des Evangeliums für Gemeinde und Gesellschaft
der zweite Marburger Studientag Gesellschaftstransformation statt.
Neben den beiden Hauptvorträgen
„Die Gemeinde als Ort heilsamer Erfahrungen – Die heilende Dimension des Glaubens in der Gemeinde entdecken und leben“ (Dr. Beate Jakob)
und „Das Land heilen. Ganzheitlich als Gemeinde leben. Theologische und praktische Perspektiven aus missionswissenschaftlicher Sicht.“ (Prof. Johannes Reimer)
gibt es eine Reihe von interessanten Seminaren. Weitere Infos auf Tobys Blog oder direkt vom Flyer.
Transformation, Veranstaltungen
Autor: GfB, 14. September 2008, 21:03
Im April fand der 1. Marburger Studientag Gesellschaftstransformation statt. Neben einer Reihe von Seminaren gab es zwei Hauptvorträge von Prof. Johannes Reimer, die auf Emergent Deutschland als Podcast veröffentlicht wurden.
Teil 1: Die Wiederentdeckung des gesellschaftlichen Auftrags für die Gemeinde (biblische Grundlagen)
Teil 2: Wie kann die Gemeinde Salz und Licht sein? (Praxisanwendungen)
Audio, Transformation
Autor: GfB, 6. Januar 2008, 6:04
Die Regierung von Uganda und christliche Leiter schlossen sich zusammen und erstellten ein ABC-Programm, um die sprunghaft ansteigende Zahl von AIDS-Erkrankungen zu stoppen. A steht für Abstinenz von Sex vor der Ehe, B steht für Treue zur Ehefrau nach der Heirat, C steht für Verhütung und Hygiene - speziell für HIV-infizierte Mütter.
Durch das Programm reduzierte sich die Prozentzahl von Neuinfizierten von 35% auf 5%. Beeindruckt durch diesen Erfolg bat der Präsident die christlichen Leiter, auch im Kampf gegen die Korruption zu helfen, um so eine Wende in der Konjunktur herbeizuführen. Wirtschaftliche Schlüsselgebiete Ugandas wurden von rund 200 Regierungsangestellten kontrolliert, denen man nicht wirklich vertrauen konnte. Die christlichen Leiter schlugen dem Präsidenten deshalb vor, Männer mit gutem Charakter einzustellen; Männer, die in ihren Gemeinden dafür bekannt sind, dass sie intakte Familien, gute Werte und Weisheit haben. Darauf entließ der Präsident viele Regierungsangestellte. Er ersetzte sie durch jene, welche die benötigten Fähigkeiten aufwiesen und von den christlichen Leitern vorgeschlagen wurden. Dies war ein erster Schritt für eine Stimulation der Konjunktur.
Natürlich bedeutet das nicht, dass Christen gegen Korruption gefeit sind oder dass alle Christen wissen, was das Beste für die Gesellschaft ist. Aber es ist sicher, dass gute Werte sehr wichtig sind und wir viele elementare Prinzipien für ein fruchtbares Leben in der Bibel finden. Dies sind Werte, die eine ganze Nation verändern können. Dieses Vorgehen für die Transformation einer Gesellschaft ist auf der sogenannten “Sieben-Berge-Strategie” gegründet, ein Begriff, der von Bill Bright und Loren Cunningham geprägt wurde. Gott zeigte ihnen sieben Bereiche auf, die von Christen durchdrungen werden müssen, um unsere Kultur mit dem Königreich Gottes beeinflussen zu können. Diese Berge sind die Kirche, die Bildung, die Kunst, die Medien, die Regierung, das Geschäftsleben und die Familie. Gott gibt uns nicht nur die Leidenschaft, um sein Königreich in die Gemeinde zu bringen, sondern in alle sieben Schlüsselbereiche unserer Kultur. So sagten die Christen Ugandas ihrem Präsidenten, um der Öffentlichkeit das ABC-Programm zu lehren, bräuchten sie Zugang zu den Schulen und zu den Medien. Und sie benötigten seine Autorisierung, um das Programm durchführen zu können. Sie versuchten nicht einfach, die Gesellschaft durch Gottesdienste in ihren Kirchen zu verändern. Nur so waren diese weitreichenden und markanten Veränderungen möglich.
Je mehr Christen Einfluss in den sieben aufgeführten Bereichen ausüben, desto mehr können sie den Kurs der Nation steuern wie Josef, der Ägypten von einer Hungersnot bewahren konnte. Je mehr Christen von Gott gegebene Strategien anwenden, desto grösser wird die Wirkung.
Quelle: Dean Cooper und La Red
[via Joel News]
Berichte, Gesellschaft, Transformation