Autor: Harald Sommerfeld, 15. April 2010, 21:36
Das diesjährige Transforum (25.-27. Februar) kann jetzt auch per Video nacherlebt werden. Vorträge, Berichte und Interviews sind online gestellt.
Die Videos wurden von Nina und Daniel Trebien erstellt. Audios und weitere Materialien des Transforum findet man hier.
Berichte, Transforum, Video
Autor: Harald Sommerfeld, 26. März 2010, 21:03
Eine etwas andere Art von Workshop erlebten 16 Teilnehmer des diesjährigen Transforum Berlin. Nicht im Klassenzimmer über Arabische Kultur und ihre Menschen reden, sondern hinaus auf die Sonnenallee im Neuköllner Kiez. Dieser Straße, die an der Ecke Herrmannsplatz beginnt wird von Insidern „Klein Beirut“ oder auch „Gaza Streifen“ genannt.
Die Gruppe war bunt gemischt mit Gästen aus Basel, die eigens für das Transforum angereist sind, aber auch Berliner aus Ost und West waren dabei um mehr über die Arabische Kultur und ihre Menschen zu erfahren. Unter der Gruppe waren auch 5 Pastoren davon einer aus Amerika.
Integration mal andersherum ist das Ziel von Frau Arif, einer Irakerin mit deutschem Pass die seit 1996 in Berlin lebt und unsere Gruppe fachkundig begleitete. Bei der
Führung „integriere ich die Deutschen dann in die arabische Welt“ erklärt sie uns. Viele Deutsche haben Berührungsängste und würden nie ein arabisches Geschäft betreten. Doch unter fachkundiger Führung gibt es auch bei unserer Gruppe keine Scheu.
Im Friseursalon „Goldene Finger“ wird uns von der Besitzerin erklärt, wie den Damen die Haare mit einer Schur fachmännisch ausgezupft werden. In der El-Salam Fleischerei erklärt Frau Arif den Unterschied zwischen „Halal“ und „Haram“, und dazwischen gibt es immer wieder kleine Geschichten vom Zusammenleben der Deutschen mit den arabischen Migranten. Angeblich gibt es mehr als 40 000, die aus mehr als 20 Ländern kommen.
Im „Cafe Umkalthum“ wird uns vom Besitzer und seinem Sohn die Zubereitung einer „Shisha“ der arabischen Wasserpfeife gezeigt. Natürlich dürfen die Teilnehmer auch die unterschiedlichen Tabaksorten „beriechen“. Ob die blubbernde Wasserpfeife mit Apfelgeschmack oder Kirsch besser schmeckt können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, das kommt später. Mittlerweile, nach all den interessanten Düften und Gerüchen, schaffen es einige nicht mehr, auf das vorbestellte arabische Mittagessen zu warten und verwöhnen sich beim Bäcker mit süßen Baklavas und anderen Spezialitäten.

Ob im Haushaltswarenladen oder im Libanesischen Souvenirladen, Frau Arif zeigt uns neben dem Arabischen Kaffeeservice, Orientalischen Musikinstrumente, wie die „Oud“, auch arabische Bücher und den Koran. Mit ihrem Charme und der Routine von vielen Kiezspaziergängen beantwortet sie alle unsere Fragen.
Zum Schluss erreichen wir endlich ein Arabisches Café, wo der Besitzer schon auf uns wartete. Unterm roten Baldachin und auf gepolsterten Kissen sitzend schauen wir Frau Arif zu, wie sie die unterschiedlichsten Spezialitäten auspackt und uns erklärt, wie sie heißen und zubereitet werden. Zum Nachtisch gibt es endlich, den von vielen Teilnehmern ersehnten, arabischen Kaffee mit verschiedenen Baklavas, und jeder der will kann mal an einer Shisha rauchen. Die zweieinhalb Stunden vergingen wie im Flug, und wir mussten uns von Frau Arif verabschieden, da unsere nächster und letzter Stopp sich nicht mehr verschieben ließ.
In der Iranischen Gemeinde, eine U-Bahn Station weiter, erwarteten uns Pastor Sepehri, der Dipl. Sozialpädagoge Azis und Mohammad. Diese Gemeinde, die seit mehr als 10 Jahren in den Räume der Ev. Ref. Bethlehemsgemeinde unterkommen konnte, ist ein wichtiger Ort der Begegnung und Hilfe für viele iranische, kurdische und afghanische Flüchtlinge. Durch die Rechtsberatung und praktische Hilfe sowie auch durch die hier durchgeführten Glaubenskurse hat diese Gemeinde vielen Menschen geholfen, eine neue Heimat zu finden.

Mohammad, der verheiratet ist, dessen Familie aber immer noch im Iran lebt, erzählt uns seine Geschichte, wie er dem Islamischen Glauben absagte und jetzt sein Leben mit Jesus lebt. Man spürt es ihm ab, dass er darunter leidet, dass eine Familie nicht hier sein kann, doch seine Augen strahlen Freude und Frieden aus. Azis erzählt von den Schwierigkeiten mit den deutschen Behörden und von vielen Einzelschicksalen der Asylanten, und dazwischen erklärt Pastor Sepehri immer wieder den geistlichen Bezug zur Gemeinde, aber auch die sehr gute Zusammenarbeit mit der deutschen Bethlehemsgemeinde.
Unsre vereinbarte Zeit ist längst abgelaufen, doch noch immer habe die Besucher Fragen über das Leben der Iraner in Berlin. Es ist Zeit zum Aufbruch, doch ohne dass wir noch den obligatorischen Tee und Gebäck zu uns nehmen, dürfen wir nicht gehen.
Auf der Rückfahrt in der U-Bahn kommt ein Pastor auf mich zu und meinte: „ Ich glaube, die haben sich riesig gefreut, dass wir zu ihnen kamen!“ Diese Bemerkung war für mich Grund genug, dass der Workshop sich gelohnt hat. Ja, wir brauchen sie, unsere Geschwister aus anderen Kulturen, denn viele notwendige Aufgaben, wie die Betreuung und Hilfe für Asylanten können wir nicht alleine machen, und es wurde deutlich, dass es auch unter den Migrantenchristen viele engagierte Menschen gibt, die mit Freude der Stadt Berlin und ihren Menschen dienen.
Thomas Hieber, Koordinator des Forums für Interkulturelle Beziehungen.
(zuerst veröffentlicht auf www.fikb.de)
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Berichte, Transforum
Autor: Axel Nehlsen, 10. März 2010, 14:22
Wie sehen wir unsere großen Städte? Engagieren wir uns für sie und die Menschen in den verschiedenen Kulturen? Haben Christen Freude am Dienen oder tendieren sie zum Rückzug in eine fromme Parallelwelt? Diese Fragen durchzogen die Tagung „Transforum Berlin 2010“. Schon im Eröffnungsvortrag stellte sie Axel Nehlsen, Geschäftsführer des Veranstalters Gemeinsam für Berlin. Und beantwortete sie: Ja, es ist eine Freude! Und wie der Untertitel der Konferenz es behauptet: Ja, gesellschaftliche Umbrüche sind eine Chance für christliches Engagement! Gesellschaftliche Krisen seien schon oft in der Geschichte als besondere Chance von Christen wahrgenommen worden. Dazu bedürfe es allerdings einer Sicht, die Veränderungen nicht als Störung und Umbrüche nicht als Gefahr sehe. Das Wort Gottes und vor allem der Glaube an den auferstandenen Jesus befähigten uns dazu. Wir brauchten eine kreative, heilige Unzufriedenheit mit dem Bestehenden, die mit der Kraft des Heiligen Geistes der Gesellschaft Alternativen vorlebt. Es sei erstaunlich, dass das stark wachsende frühe Christentum seinen besten Nährboden in den multikulturellen und multireligiösen Stadtkulturen gehabt habe. Die verwirrende Vielfalt und Säkularität der Großstadt muss also nicht etwa ein Hindernis für die Ausbreitung eines authentischen Jesus-Glaubens sein, sondern kann gerade ein fruchtbarer Boden sein! Der vollständige Text des Vortrages und die dazugehörige Präsentation hier …

Die Seminare und Workshops der Konferenz zeigten viele Beispiele für christliche Initiativen, die Umbrüche als Chancen für den Dienst an Betroffenen und für die praktische Weitergabe der Liebe Gottes nutzen. Eine ganze Reihe der Workshop-Verantwortlichen haben Präsentationen oder Texte zum Download zur Verfügung gestellt. Mehr …
Transforum
Autor: Harald Sommerfeld, 5. Januar 2010, 21:39
Vor unserem diesjährigen Transforum (25.-27. Februar 2010) findet am Donnerstag, 25. Februar, von 10.00 bis 16.30 Uhr wieder ein “Theologentag” statt. Den Flyer gibt es hier.

Transforum
Autor: GfB, 25. März 2008, 9:12
Auf dem letzten Transforum hielt Alexander Garth, Pfarrer der Jungen Kirche Berlin, ein Seminar über Gemeindearbeit, deren Hauptzielgruppe Atheisten sind. Ein Auszug aus dem Handout:
Bedauern über Unglauben: Zunehmend bedauern heute Menschen, die früher stolz auf ihr Freidenkertum waren und Gott für eine unanständige Idee hielten, dass sie nicht glauben können. Ja Unglaube war einmal eine herrliche Freiheit von der lästigen Idee Gottes, die einem emanzipatorischen Lebenskonzept entgegensteht. Heute verbreitet er Ungeborgenheit und Existenzangst. Immer mehr Menschen sind heute unzufrieden und unglücklich über ihren Unglauben. Sie ahnen, dass ihnen der Glaube in schwierigen Zeiten helfen würde, und sie beginnen sich nach Glauben zu sehnen. Glaube gibt nun einmal Halt, Orientierung und Trost. Phänomene unserer Welt wie Terrorismus, Globalisierung, Arbeitslosigkeit, Klimawandel, Kriegsgefahr, atomare Bedrohung, Informationsüberflutung, Gewalt in der Gesellschaft machen auch dem letzten Ignoranten klar, dass wir in einer bedrohten und unheilen Welt leben. Psychologen sprechen von Angst und Depression als der Volkskrankheit unserer Kultur schlechthin.
Nicht nur Kirchenleute warnen vor den Folgen einer glaubenslosen Gesellschaft, sondern dass selbst ein Postsozialist wie Gregor Gysi bei der Aussicht auf eine gottlose Gesellschaft von Grauen gepackt wird, ist Zeichen eines breiten Umdenkens. In einem Gespräch mit Johannes B. Kerner sagte er: „Eine gottlose Gesellschaft das heißt eine Gesellschaft ohne jede Orientierung, eine Gesellschaft des reinen Pragmatismus, wo man heute das denkt und morgen jenes denkt und überhaupt keine moralisch einigermaßen verbindlichen Maßstäbe mehr hätte.“ Dem Atheisten graut es vor der Gottlosigkeit und ihren Folgen. Das sind wirklich neue Töne.
Der vollständige Text kann hier als PDF runtergeladen werden.
Gesellschaft, Texte, Transforum, Trends
Autor: GfB, 6. März 2008, 16:43
Das Marburger Bibelseminar beginnt im kommenden Herbst mit einem Master-Studiengang in “Gesellschaftstransformation”. Einer der Mitverantwortlichen beschreibt dieses Projekt so:
Ich hatte das letzte Jahr die Freude und Ehre, an der Planung und Konzeption eines ganz besonderen Studienganges mitzuarbeiten: das Aufbauprogramm, das zum Master in Gesellschaftstransformation (Master in Transformation Studies (MTh)) führt. Dieser qualifiziert für Aufgaben in den Praxisfeldern zwischen Gemeinde, Mission und Gesellschaft und umfasst theologische, sozialwissenschaftliche und
missionarisch-diakonische Elemente. Er wird vom Marburger Bibelseminar in Kooperation mit der staatlichen Universität von Südafrika (UNISA) und der Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa (GBFE) angeboten. Der Studiengang ist international und in Deutschland anerkannt, umfasst
sechs Semester und wird berufsbegleitend absolviert.
Im Vorlauf dazu findet am 10. April 2008 in Marburg ein Studientag “Gesellschaftstransformation” statt. Nähere Informationen dazu gibt es hier.
Gesellschaft, Transforum
Autor: GfB, 2. März 2008, 18:35
Mit diesem Vortrag von Pfarrer Swen Schönheit, den er auf dem Pastorentag hielt, beginnen wir eine Reihe von Materialveröffentlichungen zum Transforum 2008.
Mein Thema heute Morgen lautet: „Gemeinde umbauen in Richtung Multiplikation“. Das klingt zugegebenermaßen ein bisschen technokratisch. Man sieht schon den Unternehmensberater auf dem Plan: Das Unternehmen „Kirche“ umbauen – und das im Blick auf unsere konkreten Gemeinden? Etwas utopisch wirkt es schon, so als sollte sich ein Tante-Emma-Laden verwandeln in eine Filialkette mit durchorganisiertem Vertriebssystem. „Multiplikation“ – wollen wir das überhaupt? Lässt sich Gemeinde Jesu, die Ekklesia überhaupt „vervielfältigen“?
Der vollständige Text kann hier als PDF heruntergeladen werden.
Gemeinde, Texte, Transforum