Transforum - der Blog

Quiet Revival in Boston

Autor: Axel Nehlsen, 28. Februar 2007, 11:37

Boston im Nordosten der USA, alte Metropole der Neu-England-Staaten, ist in vielem unseren europäischen Großstädten näher als der Rest Amerikas. Das gilt auch für die fortgeschrittene Säkularisierung einschließlich des Niedergangs der traditionellen (weißen) Kirchen. Bei einem Besuch Ende Januar entdeckten wir Erstaunliches: Es tut sich Neues in den letzten Jahren, das statistisch schon so signifikant ist, dass Einheimische von einer stillen Erweckung (quiet revival) sprechen. Sichtbar ist es an der massiv gestiegenen Zahl von Gemeindegründungen unter ethnischen Gruppen (wir würden sagen Migrantenkirchen), auch am starken Wachstum ihrer Gemeinden und an den Wirkungen auf einheimische „weiße“ Gemeinden.

Katalysator dieser Bewegungen ist das Emmanuel Gospel Center (EGC) - ein gewachsenes Netzwerk, kaum organisiert, aber sehr organisch, mit Einfluss in der Stadt und weit darüber hinaus. Heute bestehen Verbindungen unterschiedlichster Art zu Kirchen, Werken, Gruppen in der Stadt - und sogar weltweit durch von hier ausgegangene Gemeindegründungen. Viel Forschung über die Gründe für das Wachstum oder das Schrumpfen von Gemeinden in der Stadt geschah seitdem, oft als Voraussetzung für die Arbeit. Es bestehen aktive Verbindungen zu theologischen Ausbildungsstätten. Ein Schulungsprogramm für Urban Ministry (CUME) wird in Boston und Umgebung regelmäßig durchgeführt. Viele Forschungsergebnisse, Statistik, Daten und Fakten über das quiet revival sind im Internet in den fortlaufenden Ausgaben von Emmanuel Research Review zu finden:

www.egc.org/research/Issue_21/ Includes a 2006 Fact Sheet of Boston Churches

www.egc.org/research/Issue_19/ Surveying: Boston and Cambridge Churches

www.egc.org/research/Issue_18/ Surveying: Historical phases in Boston’s Churches

(inlcudes, Quiet Revival 1965 to present), Church Directory Project History, and Growing Edge of Boston’s Church Community.

Diese Art Arbeit wurde vor mehr als 30 Jahren von Dr. Douglas Hall und seiner Frau Judy begonnen - vor allem über Beziehungen und Förderung von Initiativen nach dem Maßstab „suchen und fördern, wo Gott schon am Werk ist“. EGC hat einen hohen wissenschaftlichen Reflexionsgrad, indem z. B. Einsichten aus Soziologie und Systemforschung für City Reaching und Church Planting fruchtbar gemacht werden. Auf der anderen Seite ist die Arbeit so praktisch und einfach, dass sie Mitarbeitern von Gemeinden direkt zur Umsetzung hilft.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Church Planting und der Ermöglichung von neuen Projekten - mit konkreter Anschubfinanzierung oder Darlehen für neue Initiativen. Die Struktur und Arbeitsweise ist auch hier stark beziehungsorientiert und nicht hierarchisch und organisiert.

Geplant ist ein internationales Netzwerk von Städtebewegungen. Kontakte bestehen bereits nach England, Holland, Indien und in Länder, wo Church Plants von Gemeinden aus Boston gestartet wurden, wie z. B. in Afrika - und jetzt auch nach Berlin! Wir möchten die Erfahrungen aus Boston, wo man beim City Reaching wesentlich weiter fortgeschritten ist als jede deutsche Stadt, gerne für uns fruchtbar machen. Dazu halten wir die Verbindung Berlin-Boston und haben das Ehepaar Hall bereits zur nächsten Transforum-Konferenz eingeladen (21.-23.2.2008).

Axel Nehlsen

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City-Reaching, Migranten

Die Micha-Initiative

Autor: Harald Sommerfeld, 21. Februar 2007, 13:58

Heute eingegangen: der neueste Rundbrief der Micha-Initiative der Deutschen Evangelischen Allianz. In ihr engagieren sich Christen für soziale Gerechtigkeit und für das Erreichen der “Millenniumsziele” der Vereinten Nationen:

(1) Beseitigung von extremer Armut und Hunger
(2) Grundschulausbildung für alle
(3) Gleichberechtigung und Förderung von Frauen
(4) Senkung der Kindersterblichkeit
(5) Gesundheit der Mütter
(6) Erfolg im Kampf gegen Malaria, AIDS und andere schwere Krankheiten
(7) Einsatz für die Umwelt
(8) Weltweite Partnerschaft für Entwicklung

Mit dieser (nach Micha 6,8 benannten) Initiative hat die Weltweite Evangelischen Allianz hierzulande leider nicht nur Zustimmung ausgelöst. Manche fragten besorgt, ob jetzt auch die Evangelikalen auf “liberale” Züge aufspringen. Solche Reaktionen zeigen: Deutschland ist noch nicht “voll Erkenntnis des Herrn wie Wasser das Meer bedeckt” (Jesaja 11,9) - denn diese Erkenntnis besteht unter anderem darin, “dem Elenden und Armen zum Recht zu verhelfen” (Jeremia 22,16).

Weil das Unheil der Welt den ganzen Menschen - einschließlich seiner sozialen Bezüge - erfasst, bringt Gottes Reich Heil für den ganzen Menschen. Genauso umfassend, wie Menschen Zerstörung erleben, stellt Gott wieder her. Einige Blicke ins Buch Hiob zeigen uns die Weite des biblischen Horizonts.

Der Verlust des Schalom

Der “normale”, von Gott gewollte Zustand eines Menschen ist “Schalom” (Friede). Schalom bedeutet umfassendes Wohlergehen, Freiheit von jeder Beeinträchtigung. “Ungerecht” ist deshalb jeder Zustand, der einem Menschen diesen Schalom in einem Bereich seines Lebens raubt oder vorenthält.

Hiob erlebte (in den ersten Kapiteln) eine Zerstörung dieses Schalom in jedem Bereich seines Lebens. Zuerst - lange vor der eigentlichen Katastrophe - verlor er den Schalom in seinen Gedanken (Hiob 3,25; vgl Hiob 1,5; im Englischen treffend als “peace of mind” bezeichnet). Durch Furcht ging es Hiob nicht gut, bevor es ihm schlecht ging. Schalom schließt seelisches Wohlergehen ein.

Als nächstes verlor Hiob den sozialen Schalom. Nachbarvölker wie die “Sabäer” (Hiob 1,14-15) und die “Chaldäer” (Hiob 1,17), mit denen er lange in Frieden gelebt hatte, fielen über seine Herden her und raubten sie. Außerdem wurde der Schalom mit der Umwelt zerstört. Die Elemente (”Feuer Gottes” in Hiob 1,16; zerstörerische Winde in Hiob 1,18-19) wandten sich gegen ihn. Die Folge war der Verlust des materiellen Schalom. Sein Besitz wurde ihm genommen. Hiob wurde arm.

Gleichzeitig verlor er den familiären Schalom. Seine Kinder kamen um (Hiob 1,18-19). Die Beziehung zu seiner Frau war zerrüttet (Hiob 2,9-10). Satan tastete seine körperlichen Schalom an und schlug ihn mit einer schlimmen Krankheit (Hiob 2,7).

Die Zerstörung des gemeindlichen Schalom kam hinzu, als seine besten (Glaubens-)Freunde begannen, ihn religiös zu verurteilen und zu bearbeiten. Und schließlich erlitt er den Verlust des Schalom mit Gott, als sein Vertrauen in Gott erschüttert wurde und er sich von ihm ungerecht behandelt und verstoßen fühlte.

In jedem dieser Bereiche ist “Schalom” der Zustand, der dem Reich Gottes entspricht. Es ist biblisch nicht legitim, einen dieser Bereiche auf Kosten anderer zu “monopolisieren”. Wer sich nur für den “Frieden mit Gott” oder nur für “Frieden mit der Schöpfung” engagiert, verkürzt die biblische Sicht.

Viele Faktoren

Bei Hiob können wir erkennen, wie viele unterschiedliche Faktoren diesen “ungerechten” Zustand hervorgebracht haben. Beteiligt sind “übernatürliche” Personen und Kräfte. Gott selber ist in die Geschichte involviert (ohne dass hier auf die damit verbundenen theologischen Fragen eingegangen werden kann). Eindeutig wird Satan als Verursacher von “Ungerechtigkeit” identifiziert. Aber es gibt weitere Faktoren:

(1) Soziale Faktoren. Wenn Historiker oder Soziologen genügend Informationen bekämen, könnten sie möglicherweise erklären, aufgrund welcher sozialer Bedingungen gerade in dieser Zeit nomadische Raubzüge zunahmen.
(2) Umweltfaktoren. Das Auftreten von Gewittern und Orkanen hat auch meteorologische Ursachen.
(3) Gesundheitliche Faktoren. Wahrscheinlich würde die heutige Medizin bei Hiob Viren oder ähnliche Krankheitserreger feststellen.
(4) Mentale Faktoren: Hiobs Furcht beeinträchtigte sein Leben schon vor der Fremdeinwirkung.
(5) Theologische Faktoren. Die Weltsicht seiner Freunde führte dazu, dass sie ihn ungerecht behandelten.
(6) Der Faktor Sünde. Die raubenden Banden (die Imperialisten der damaligen Welt), die eigenen Kinder (Hiob 1,5 ?), die Freunde (Hiob 42,7-8), und letztlich auch er selbst (Hiob 42,6) hatten jeweils Schuldanteile an der Gesamtsituation.

Deshalb ist es in Bezug auf Situationen von “Ungerechtigkeit” auf unserer Welt wichtig, nicht monokausal zu denken. Es ist nicht allein die “Bekehrung” oder der “Glaube”, der alles zurecht bringt. (”Komm zu Jesus, und er löst alle deine Probleme.”) Aber es ist auch nicht allein die gesellschaftliche Veränderung, die alles zum Guten führt. (Gerechtere soziale Verhältnisse und Bereitschaft zum Teilen würden viele Leute nicht aus der Armutsspirale herausholen, weil sie in ihrem Denken “arm” sind.)

Ganzheitlicher Einsatz für Gerechtigkeit

Einsatz für Gerechtigkeit rechnet mit allen diesen Faktoren und begegnet ihnen auf allen Ebenen.

(1) Gebet. Letztlich wendet Gott das Schicksal von Menschen (Hiob 42,10).
(2) Geistlicher Kampf. Dämonische Kräfte sind nicht nur in Menschen, sondern auch in Strukturen und Verhältnissen am Werk.
(3) Individuelle praktische Hilfe. Medizin, Beratung, rechtlicher Schutz, materielle Hilfe, Ausbildung und vieles mehr.
(4) Individuelle übernatürliche Hilfe. Menschen brauchen Heilung, Befreiung, Versöhnung mit Gott und untereinander, übernatürliche Führung, Versorgung und Situationsveränderung. Ihr Denken braucht Erneuerung, damit sie aus ihrer “Opferrolle” heraustreten können oder Zuversicht bekommen können, dass mit Gott etwas geht, wo scheinbar gar nichts geht.
(5) Liebe und Solidarität. Zuwendung und gemeinsames Bewältigen, wo im Moment die äußere Veränderung (noch) nicht möglich ist.
(6) Einsatz für gerechte Verhältnisse und Strukturen. Dazu gehören politisches Engagement, Bürgerinitiativen, wissenschaftliche Forschung (z.B. Medikamente gegen AIDS, umweltverträgliche Technologien), Fair Trade und vieles mehr.

Die “ganze Gemeinde”

Jeder Christ braucht ein Bewusstsein für die umfassende Verheißung des Reiches Gottes. Keiner sollte sich das Vorrecht entgehen lassen, ein Agent von Gottes Gerechtigkeit und Schalom auf dieser Erde zu sein. Christen und Gemeinden, die diese ganzheitliche Sicht nicht haben, berauben andere und sich selbst. (Man kann das Gebot, seinen Nächsten zu lieben “wie sich selbst” auch so interpretieren: wer seinen Nächsten liebt, liebt sich selbst. Auf Dauer gibt es keinen Weg zu einem erfüllten Leben ohne Engagement für den Schalom des Nächsten.)

Andererseits kann und soll nicht jeder Christ alles machen. Deshalb gehört jenes Totschlagargument begraben, mit dem Christen anderen, die etwas tun, vorwerfen, dass sie nicht auch etwas ganz anderes tun. Christen, die ihre Stärke in der Evangelisation haben, werfen sozial engagierten Christen gern vor, sich nicht um “die Seele” zu kümmern. Christen, die sich sozial engagieren, werfen evangelistisch engagierten Christen gern vor, sich nur um “die Seele” zu kümmern. Warum begreifen sich beide nicht gegenseitig als Teil eines Ganzen? Warum lernen sie nicht voneinander? Warum inspirieren sie sich nicht gegenseitig? Warum segnen sie einander nicht?

Die Micha-Initiative setzt sich für einen wichtigen Teil von Gottes erklärten Absichten ein. Wer mehr darüber erfahren will, kann den Rundbrief hier bestellen.

Quelle: dieser Beitrag wurde in überarbeiteter Fassung von Hasos Tafel übernommen.

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Soziale Gerechtigkeit

Gipfeltreffen

Autor: Harald Sommerfeld, 20. Februar 2007, 8:42

Der Gipfel

Quelle: Screenshot von Gemeinsam für Anbetung

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Berlin, Gebet, Veranstaltungen

Gottes Comeback in den Niederlanden

Autor: Harald Sommerfeld, 19. Februar 2007, 13:57

Vor einigen Wochen erschien in dem Nachrichtenmagazin the weekly Standard der Artikel Holland’s Post-Secular Future von Joshua Livestro - mit dem Untertitel “Christianity is dead. Long live Christianity!” (Teil 1, Teil 2). Der Autor berichtet, wie seit einiger Zeit in einem der am stärksten säkularisierten Länder Europas der Glaube sein Comeback erlebt. (Die folgenden Zitate wurden aus dem englischen Artikel übersetzt.)

Gott ist, so schreiben Bakas und Buwalda [Verfasser eines zitierten Buches], in das europäische Land zurückgekehrt, das am meisten für seinen Liberalismus bekannt war. Oder besser gesagt, die Niederländer kehren zu Gott zurück.

Faktoren und Indikatoren dieser Postsäkularisierung sind

  • neue Formen von Gebet;

Als die “Corporate Prayer”-Bewegung 1996 anfing, fand sie nur bei wenigen Menschen in Holland Beachtung. Warum hätte man sie auch ernst nehmen sollen? Offensichtlich war Holland dazu bestimmt, ein vollkommen säkularisiertes Land zu werden, in dem das Gebet bestenfalls als ein irrationales, aber harmloses Relikt der Vergangenheit anzusehen war. So sah es damals aus. Doch ein Jahrzehnt später, im Jahr 2006, wird das Gebet am Arbeitsplatz schnell zu einem allgemein anerkannten Phänomen. Mehr als 100 Firmen beteiligen sich bereits. Regierungsstellen, Universitäten und Internationale Konzerne wie Philips, KLM und ABN AMRO erlauben Gruppen von Angestellten, regelmäßige Gebetstreffen auf ihrem Gelände durchzuführen. Inzwischen treten sogar schon einige Gewerkschaften gegenüber der Regierung für das Recht von Arbeitern ein, an ihrer Arbeitsstelle zu beten.

  • christlicher Einfluss im Bereich der Kultur;

Eine Reihe von Schriftstellern, die sich offen zum christlichen Glauben bekennen, haben beträchtlichen Erfolg, sowohl was die Kritiken, als auch was die Verkaufszahlen betrifft. Die angesehensten holländischen Literaturpreise wurden 2005 für Bücher verliehen, die sich in positiver Weise mit Themen des christlichen Glaubens und der Erlösung befassten.

  • wachsende Bedeutung der Alpha-Kurse;
  • alternative Formen von Gemeinde.

Der letzte Punkt scheint von besonderer Relevanz zu sein. Die neue “Christianisierung” geht an den traditionellen Kirchen [bisher] weitgehend vorbei.

Trotz des Niedergangs des alten religiösen Establishments [Hervorhebung von mir] scheint der Jahrhunderte alte Trend der Säkularisierung nicht nur gestoppt, sondern möglicherweise schon umgekehrt worden zu sein. Laut dem Dutch Central Bureau of Statistics (CBS) ist die Zahl derer, die sich als Christen bezeichnen, schon seit Anfang der 90er Jahre nicht weiter zurückgegangen. Bei Jugendlichen unter 20 Jahren steigt sie seit einigen Jahren wieder.

Wenn also 40-50 Prozent der Bevölkerung Christen sind, aber nur die Hälfte von ihnen sich in traditionellen Kirchen (protestantisch oder katholisch) findet, was ist dann mit dem Glauben in Holland los?

Wo sammeln sich die neuen Nachfolger von Jesus? Sie treffen sich vor allem außerhalb des christlichen “Mainstreams”:

  • in Migrantengemeinden;

Die neuesten Einwanderungsstatistiken besagen, dass auf jeden Moslem, der in die Niederlande einwandert, mindestens zwei neue christliche Migranten kommen.

  • in Jugendkirchen;

Sie gehören zu einem anderen jungen Phänomen des Christentums: den sogenannten Jugendkirchen, Gemeinden von unter 30jährigen, die sich in Schulen oder Sporthallen treffen, um Gottesdienst zu feiern, und zwar auf manchmal sehr ungewöhnliche Art (”Skateboarding for Christ”).

Als er [Henk Jan Kamsteeg, einer der Leiter der Heartbeat Youth Church in Amersfort] vor drei Jahren den ersten Gottesdienst ankündigte, mietete er eine Halle mit maximal 500 Sitzplätzen. An dem betreffenden Abend erschienen 850 - obwohl es keine besondere Werbung für die Veranstaltung gegeben hatte.

  • in alternativen Gemeinden;

Jugendkirchen signalisieren nicht nur, dass die säkulare Gesellschaft auf dem Weg zu einer postsäkularen sein könnte; sie sind auch Anzeichen für einen weiteren bedeutsamen Trend, weg von Kirchen, die aus Ziegelsteinen und Mörtel gebaut ist, hin zu informellen Treffen. Jugendkirchen treffen sich anscheinend überall außer in traditionellen Kirchgebäuden: in Kulturzentren, Sporthallen, Schulräumen, auf Parkplätzen und sogar in Nachtklubs. Dahinter steht die Überzeugung, je weniger etwas einer traditionellen Kirche ähnelt, desto eher zieht es potentielle neue Gläubige an. Vielleicht will die neue Bewegung sich dadurch auch von Mainstream-Kirchen unterscheiden, die in den Augen vieler junger Christen Ausdruck dafür sind, dass “das alte System” versagt hat.

  • in Hauskirchen.

Die letzte Konsequenz aus dieser veränderteten Einstellung stellt eine weiteres Phänomen dar, das der Hauskirchen.

Das Fazit des Verfassers:

Wie immer man es bewertet, das Christentum in den Niederlanden ist heute zum großen Teil ein Phänomen “im Untergrund”.

Mein Fazit: Es gibt eine Zukunft für das Christentum in Europa. Und diese Zukunft wird zu einem beträchtlichen Teil “non-mainstream” sein und durch nicht-institutionelle Formen von Gemeinde geprägt werden. Migranten, Underground Ministries und alternative Gemeinden werden dabei eine wichtige Rolle spielen.

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Gebet, Jugendkirchen, Migranten, Modelle der Hoffnung

Wie abonniert man einen Blog?

Autor: Harald Sommerfeld, 16. Februar 2007, 12:41

Bevor es hier inhaltlich richtig losgeht, gibt es auf mehrfachen Leserwunsch hin eine kleine Einführung, wie man bei Blogs am einfachsten auf dem Laufenden bleibt, wie man also “Blogfeeds” “abonniert”.

Herkömmliche Webseiten sucht man in der Regel auf, weil man nach bestimmten Informationen sucht. Oft spielt es dabei keine Rolle, wann eine Information ins Netz gestellt wurde oder welches die neuesten Beiträge sind. Wer das Online-Telefonbuch durchsucht, interessiert sich für eine bestimme Nummer und nicht dafür, welche Anschlüsse zuletzt erfasst wurden. Wer auf der Homepage einer Gemeinde nach der Anschrift und der Gottesdienstzeit sucht, hofft, dass die Webseite übersichtlich programmiert ist und man mit wenigen Klicks am Ziel ist. Wer auf solchen Seiten doch nach den jeweils letzten Ergänzungen sucht (zum Beispiel bei Audiopredigten einer Gemeinde), ruft in gewissen Abständen die Webseite auf und sieht nach, welche Audios neu sind.

Blogs sind an dieser Stelle benutzerfreundlicher. Natürlich kann man sie auch auf herkömmliche Weise durchsuchen. Dazu dienen mehrere Hilfsmittel, die dieser Blog anbietet. Rechts oben auf dieser Seite gibt es die “Suche”, mit der man alle Einträge findet, die bestimmte Begriffe enthalten. Im Menü am rechten Rand sieht man “Kategorien”, mit denen man alle Einträge findet, die in eine bestimmte Rubrik gehören. Die Archive ermöglichen das Auffinden von Einträgen, die in einem bestimmten Zeitraum geschrieben wurden. (In Zukunft werden diese Suchmöglichkeiten noch erweitert werden. “Transforum - der Blog” soll auch eine Materialsammlung werden, in der City-Reacher möglichst viel Handwerkszeug finden.)

Besonders einfach ist es jedoch bei Blogs, ständig auf dem Laufenden zu bleiben. Dazu hilft schon der Aufbau eines Blogs: wenn man ihn aufruft, stehen die letzten Einträge immer zuerst auf der Seite. Es reicht also, den Blog zu seinen Favoriten hinzuzufügen und regelmäßig zu besuchen, um zu sehen, was sich getan hat. Das ist jedoch nicht der einfachste Weg, zumindest wenn man mehr als Gelegenheitsleser sein möchte. Da die Einträge zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Abständen ins Netz gestellt werden, macht man unter Umständen viele ergebnislose Besuche, weil noch kein neuer Beitrag geschrieben wurde. Und wenn man mehrere Blogs “im Auge behält”, kostet das Surfen mehr Klicks und Zeit als nötig. Hier schaffen die sogenannten “Feeds” Abhilfe.

Zu jedem Blog (und auch zu vielen Online-Nachrichtendiensten) gehören Feeds. Sie sind so etwas wie eine “Auskunft”, mit der der Blog mitteilt, was sich zuletzt auf ihm getan hat. Das einzige, was man braucht, ist ein “Feedreader”, eine Anwendung, die diese Auskunft automatisch “einholt”. Solch ein Feedreader listet die letzten Einträge auf, man sieht, welche man schon gelesen hat und welche noch nicht, und man kann sie direkt aus dem Feedreader heraus aufrufen. Bleibt noch die Frage, wie man den richtigen Feedreader findet und einrichtet.

Dynamische Lesezeichen

Neue Browser wie der Internet Explorer 7 von Microsoft oder der Firefox von Mozilla bieten die Möglichkeit, durch “dynamische Lesezeichen” einen Blog im Auge zu behalten.

1. Internet Explorer 7

Wer diesen Text mit der neuesten Version des Internet Explorer liest, kann “Transforum - der Blog” ganz einfach “abonnieren”: auf diesen Link klicken; auf der sich dann öffnenden Seite “Feed abonnieren” anklicken; mit “abonnieren” bestätigen; und schon ist man dabei. Falls am linken Rand noch nicht die Liste mit den Feeds erscheint, kann man sie mit der Tastenkombination Strg+Umschalt+J (bei englischer Tastatur Ctrl+Shift+J) aufrufen (und ebenso wieder verschwinden lassen). Hier sieht man nun “Transforum - der Blog”, kann für die letzten Einträge zumindest die ersten Zeilen anlesen, feststellen, welche Einträge einen interessieren, und diese direkt mit einem Klick auf den Titel aufrufen.

Wer an der hoffentlich intensiven Diskussion auf diesem Blog teilnehmen möchte, kann genauso alle Kommentare abonnieren, die hier geschrieben werden. Nach einem Klick auf diesen Link bestellt man sein zusätzliches Abo auf gleiche Weise.

(Bei anderen Blogs funktioniert dieses Verfahren entsprechend. Die erforderlichen Links sind unschwer irgendwo auf den jeweiligen Seiten zu finden.)

2. Firefox

Ganz ähnlich ist das Verfahren beim Firefox: auf diesen Link klicken; danach auf “Jetzt abonnieren”; und schließlich mit “okay” bestätigen. Nun erscheint auf der oberen Lesezeichenleiste das orangene Symbol für dynamische Lesenzeichen mit dem Namen dieses Blogs. Ein Klick auf dieses Feld zeigt in Zukunft alles, was sich hier tut. (Auch hier kann man genauso die Kommentare dieses Blogs über diesen Link abonnieren.)

Online Feedreader

Wer eine größere Zahl von Blogs liest und mehr “Verwaltungsmöglichkeiten” sucht, ist mit einem Online-Feedreader wie Bloglines oder Google Reader gut bedient. Bei diesen Readern legt man ein Konto an und kann sich von jedem beliebigen Internetzugang in dieses Konto einloggen, in dem man dann alle neuen Einträge aller abonnierten Blogs findet. Gelesene Beiträge, auf die man auch später noch zurückgreifen möchte, kann man entweder mit einem Stern markieren (Google) oder archivieren (Bloglines). Außerdem gibt es z. B. für Bloglines ein kleines Benachrichtigungsprogramm, das in einem kleinen Mitteilungsfenster automatisch darauf hinweist, wenn Bloglines einen neuen Eintrag entdeckt hat. Da diese Möglichkeit vermutlich eher von erfahreneren Lesern genutzt wird, verweise ich für alles weitere auf die Online-Anweisungen der jeweiligen Anbieter.

Wer im übrigen bereits mit Google, Yahoo oder Bloglines liest, kann rechts in der Sidebar direkt die Abos für seinen Reader anklicken.

Programme

Wer lieber mit einem separaten Programm arbeitet, findet im Internet eine Reihe von Freeware-Feedreadern (also kostenlosen Anwendungen). Ich habe früher mit dem “Feedreader” - er ist nicht nur einer, er heißt auch so - gute Erfahrungen gemacht. Er ist frei von Werbung, Spyware und anderen Dingen, die man nicht haben will, und er ist kostenlos. Auch hier verweise ich - wenn nötig - auf Online-Erklärungen zur Installation und Einrichtung.

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Internet

Es tut sich etwas

Autor: Harald Sommerfeld, 14. Februar 2007, 22:29

Es tut sich etwas in unseren Städten. Immer mehr Christen denken nicht länger in der Kategorie “Ich und meine Gemeinde”, sondern “Das Reich Gottes und meine Stadt”. Wir von Gemeinsam für Berlin gehören zu ihnen. Zu groß ist unser Gott, zu groß sind die Herausforderungen unserer Stadt, als dass wir mit zu wenig zufrieden sein könnten. Lebendigen und wachsenden Gemeinden anzugehören, ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, aber es ist nicht alles. Aus der Geschichte und von anderen Teilen der Erde erfahren wir, dass Gott ganze Städte und Kommunen tiefgreifend verändert hat. Das wollen wir in unseren Tagen in unserer Stadt sehen.

Diese Vision und Leidenschaft für unsere Stadt verbindet uns. Wir kommen aus verschiedenen Gemeinden und Kirchen, aber wir leben und arbeiten in der Einheit der Hingabe an ein Ziel. Die Vernetzung von Gleichgesinnten macht an der Grenze unserer Stadt nicht Halt. Gott bringt uns mit vielen Christen aus anderen Städten und Ländern zusammen, in denen er dieselbe Liebe und Hoffnung für ihren Ort geweckt hat. Wir lernen voneinander, beten miteinander, ermutigen einander.

Viele Fragen müssen beantwortet werden. Was meinen wir, wenn wir von der “Transformation” unserer Stadt sprechen? Wie kann das Reich Gottes in den gesellschaftlichen Bereichen unserer Stadt sichtbar werden? Wie fangen wir an, unsere Stadt zu beeinflussen? Was sind Wege, was sind Irrwege? Wie haben andere es gemacht? Was gehört zum “ganzen Evangelium”? Wie ist die Beziehung von Evangelium und Diakonie, Erlösung und sozialer Gerechtigkeit, praktischer Hilfe und übernatürlichen Wundern? Wie beten wir wirksam für das Wohl unserer Kommunen?

Vom 21. bis 23. Februar 2008 werden wir zum dritten Mal eine Konferenz durchführen, das Transforum Berlin. Auf diesen Tagungen geht es um Fragen wie die eben genannten. Aber wir möchten auch in der Zwischenzeit voneinander hören und einander inspirieren. Dazu soll dieser Blog dienen. In Zukunft werden hier - mindestens einmal in der Woche, höchstens einmal am Tag - die unterschiedlichsten Beiträge zum Thema Transformation / Veränderung unserer Städte erscheinen. Auch wenn die Beiträge möglicherweise etwas berlinlastig sein werden, wird hier vieles stehen, was grundsätzlich für Städtearbeit von Bedeutung ist:

  • Informationen
  • Materialien
  • Links zu interessanten Webseiten
  • Hinweise auf Veranstaltungen
  • Buchbesprechungen
  • Gebetsinfos
  • Berichte
  • Erfahrungen
  • und …

Wir freuen uns über Rückmeldungen. Blogs sind - im Unterschied zu “normalen” Webseiten - auf Interaktion angelegt. Die Kommentarfunktion macht es möglich, in einem gewissen Maß miteinander ins “Gespräch” zu kommen. Wenn Sie sich beteiligen, würde uns das freuen. Außerdem kann man einen “Feed” für unsere Beiträge und auch einen für alle Kommentare “abonnieren” und so immer auf dem Laufenden sein. (Falls der eine oder andere Leser mit diesen Begriffen noch nicht viel anfangen kann: vermutlich gibt es jemanden in Ihrer Umgebung, der Ihnen den Einstieg erleichtert. Bei Bedarf können wir auch auf diesem Blog einige praktische Tipps geben.)

Gott liebt unsere Städte und möchte, dass sein Reich dahin kommt, wo wir leben. Dieser Blog ist entstanden, weil wir diese Gewissheit haben.

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City-Reaching, Vision

Über uns

Gemeinsam für Berlin e.V. ist eine Initiative im Großraum Berlin mit dem Ziel, alle gesellschaftlichen Bereiche der Stadt mit dem Evangelium von Jesus Christus zu erreichen.

Wie auf dem Transforum Berlin, unserer in unregelmäßigen Abständen stattfindenden Konferenz für City-Reaching, geht es auf diesem Blog um das Thema "Das Reich Gottes und unsere Städte".