Autor: Harald Sommerfeld, 29. Mai 2007, 12:30
Am 26. Mai feierte der Rat Afrikanischer Christen in Berlin und Brandenburg (RACiBB) einen besonderen Gottesdienst zur Abschaffung des Sklavenhandels vor 200 Jahren.

Die Jungen und Starken wurden gefangen,
die Alten und Schwachen ließ man zurück.
Viele Generationen in ganz Afrika
litten unter der Brutalität der Sklaverei,
und die Generationen,
die ihnen folgten,
haben sich bis heute
nicht davon erholt.
Die Predigt hielt Pastor Peter Arthur von der Akebulan-Gemeinde in Berlin. Er sprach als afrikanischer Christ über die Bedeutung dieses Anlasses, die Schmerzen der Geschichte und die Hoffnung auf eine bessere gemeinsame Zukunft von Afrikanern und Europäern. Hier einige Auszüge:
Viele der bereits vorhandenen Vorurteile gegenüber anderen Hautfarben erleichterten die Versklavung von Afrikanern. Und leider geschah dies auch noch im Namen des Christentums. Die wahrscheinlich größte Untat, durch die die Rechtfertigung des europäischen Sklavenhandels ermöglicht wurde, war das Schreiben des katholischen Priesters Bartholomo de las Casas um 1500, der in seinem Brief, der im Namen des Papstes an alle Gemeinden geschickt wurde, schrieb, dass „diese Menschen (die Afrikaner) ohne Seelen und darum für die Folterarbeit in Amerika geschaffen sind“! Das Ergebnis dieses Schreibens war, dass die westliche Kirche Vorurteile gegenüber farbigen Menschen und damit auch die Sklaverei rechtfertigten und sogar heiligten und damit einen Freibrief zur Ausbeutung der schwarzen Rasse erstellten…
Dass es den Sklavenhandel so lange und in so schlimmer Form gab, behinderte natürlich die Verbreitung des Christentums in Afrika sehr. Es gab aber ernsthafte Christen, die wahre Kinder Gottes waren. Diese beteten und baten Gott, dass Er eingreifen und die Wunden des Sklavenhandels in der Welt heilen und die Nationen wieder herstellen sollte, indem Er für gleiche Rechte und Gerechtigkeit sorgte. Dieses Gebet wurde im Himmel erhört! Es gibt einen Ort in Bromley/ Keston, wo ein alter Baum unter Naturschutz steht. Dieser Baum wird die „Wilberforce- Eiche“ genannt. Der Ort markiert den Platz, an dem Wilberforce sich entschied, seine Position im Britischen Parlament zu benutzen, um durch Gottes Gnade gegen den Sklavenhandel zu kämpfen. 1807 konnte er dann tatsächlich zusammen mit der „Anti-Sklaven-Bewegung“ feiern, dass der Ruf nach Abschaffung des Sklavenhandels durch ihren gemeinsamen Einsatz endlich Gehör im Britischen Parlament fand. 1833 beendete das englische Parlament dann den Sklavenhandel per Gesetz. Dies geschah nur drei Wochen, nachdem Wilberforce gestorben war, und es war ein göttlicher Triumph nach all den Jahren, in denen er gegen die Sklaverei gekämpft hatte…
Freunde, wenn wir über unser christliches Erbe sprechen, werden wir feststellen, dass auch, wenn es Gutes und Schlechtes darin gibt, uns doch alles zum Besten dient. Wir haben als Christen immer eine Zukunft, wenn wir bereit sind, u.a. aus den Fehlern anderer zu lernen. Lasst uns vom Beispiel dieser einfachen Menschen lernen, die durch die Gnade Gottes Besonderes taten, um das interkulturelle Königreich Jesu Christi zu bauen! Wir haben heute manchmal unterschiedliche Vorstellungen, wie es zu sozialer Ungerechtigkeit kommt und wie wir damit umgehen sollten. Das wahre Christentum verurteilt jede Form von Ungerechtigkeit ohne Kompromiss. Man sagt, dass wir nicht auf den gefallenen Menschen schauen dürfen, wenn wir auf eine Verbesserung unseres menschlichen Verhaltens hoffen. Darum ist auch Jesus Christus auf die Erde gekommen. Lasst uns von göttlichen Vorbildern lernen, um selbst unsere Welt ein bisschen besser machen zu können und Menschen helfen, die sozial oder wirtschaftlich schlecht da stehen bzw. unterdrückt werden. Denn wenn das Gute nicht aufsteht, setzt das Böse sich durch…
Diejenigen, die sich über Menschen mit dunkler Hautfarbe lustig machen, machen sich in Wirklichkeit über Gott lustig, der die Menschen unterschiedlich schuf und die Haut der Menschen für unterschiedliches Klima anpassungsfähig machte. Vielleicht mit das Schmerzhafteste, was ein Mensch durchmachen kann, ist, wenn er langsam einen geistigen Tod stirbt und es nicht merkt. Viele von uns haben zugelassen, dass uns rassistische Vorurteile abhalten, Christus richtig nachzufolgen, der Sein Leben für uns alle gab: Christentum bedeutet Menschlichkeit für alle Rassen, denn Gott selbst wurde Mensch. Die Schöpfung des ersten Menschen (homo sapiens) fand im Herzen des biblischen Afrikas statt, im so genannten „Garten Eden“. Die drei Flüsse, von denen in 1. Mose 2, 10-14 die Rede ist, bestätigen, dass es in diesem Gebiet schon früh menschliches Leben gab. Die biblische Schöpfungsgeschichte erhält durch archäologische und andere wissenschaftliche Nachforschungen Substanz. Sie können nämlich ohne Zweifel bestätigen, dass die ältesten Formen menschlichen Lebens um den Olduvai Gorge im heutigen Tansania gefunden wurden. Von diesem Punkt aus verbreiteten sich die Menschen dann immer weiter in der heute bekannten Welt…
Liebe Freunde in Christus, welche ethnischen Mauern oder Mauern zwischen Menschen verschiedener Rassen würde Jesus in unserer heutigen Welt niederreißen? Vielleicht würde Er alle schwarzen Menschen, die aufgrund der Sklaverei immer noch Vorurteile gegenüber weißen Menschen haben, bitten, zu vergeben, weil Er auch uns vergibt. Und vielleicht würde Er den weißen Menschen sagen, dass sie nicht Schuld haben an dem, was ihre Vorfahren während dieser Zeit getan haben. Es gibt keinen Grund, immer noch ein Schuldbewusstsein oder Vorurteile zu haben. Vielleicht würde Jesus sogar Freundschaft schließen mit den Palästinensern in Israel, und Er würde sich darum bemühen, Moslems im Irak und im Iran mit dem Evangelium zu erreichen. In Nordirland würde Jesus wahrscheinlich zu den Protestanten und Katholiken sagen: „Warum bekämpft ihr einander in meinem Namen?“ Die Wahrheit ist, dass Rassismus und ethnischer Hass niemals Gottes Wille waren. Jesus stand gegen traditionelle Vorurteile auf, wo immer Er ihnen begegnete. Matthäus, selbst ein Jude, schreibt in seinem Evangelium vom Herzen Jesu für alle Nationen. Mir ist wichtig zu sagen, dass das Christentum nicht an eine bestimmte Kultur gebunden ist. Vielmehr kann es in allen Kulturen erfahren und gelebt werden. Jede Kultur hat ihre Stärken und Schwächen. Darum richtet das Evangelium auch alle Kulturen, politischen Systeme und jede Gesellschaft. Das Christentum bedeutet, dass Gott kam, um alle Menschen zu suchen, nicht dass der Mensch Gott gefunden hätte. Gott wurde Mensch, nicht Menschen machen sich zum Gott. Also lasst uns vergessen, was Schlimmes in der Vergangenheit passiert ist, und lasst uns unsere Gegenwart in Jesu Hände legen, der uns eine bessere Zukunft miteinander schenken wird!
Die vollständige Predigt kann hier heruntergeladen werden.
Berlin, Geschichte des Christentums, Migranten, Soziale Gerechtigkeit, Veranstaltungen
Autor: Rosemarie Stresemann, 24. Mai 2007, 9:58
Städtische Ballungsräume sind Seismografen. In den großen Städten sieht man schon heute, wohin sich unsere Gesellschaft morgen entwickeln wird.
… ob wir eine weltoffene Atmosphäre ausstrahlen und kreative Köpfe aus aller Welt anziehen, und ob es gelingt, neuen Zusammenhalt zwischen den Generationen zu stiften: All dies wird sich zuallererst in den Städten entscheiden. Hier kündigen sich gesellschaftliche und ökonomische Entwicklungen an, hier entsteht das „Neue” schneller und vergeht das „Alte” eher.
Städte sind Orte der Entscheidungen und der verdichteten medialen Kommunikation. In den urbanen Milieus bilden sich Meinungen und prägen sich Einstellungen, die auf die Gesellschaft als Ganzes ausstrahlen.
Die Metropolenräume liefern die Ressourcen für die Gesellschaft von morgen: Weit über ihren eigenen Bedarf hinaus bilden sie an ihren Hochschulen den wissenschaftlichen Nachwuchs aus; sie sind Zentren der Kultur und ziehen Menschen aus allen Richtungen an. Ein Großteil der Integrationsleistungen wird in den großen Städten erbracht. Den Trend zu wissensbasierten Industrien, zur Dienstleistungs- und Kreativwirtschaft können wir hier ebenso beobachten wie die Veränderungen durch Integration, Migration und den demografischen Wandel.
Eine der wichtigsten Fragen der nächsten Zeit ist, wie unsere Gesellschaft mit dem Älterwerden umgeht, gerade in den hoch individualisierten städtischen Ballungsräumen, wo Familien häufig nicht mehr den traditionellen Halt bieten.
In welche Richtung sich unsere Gesellschaft bewegt, entscheidet sich in den Städten.
Dies sind Zitate aus Die Stadt als Lebensraum, einem Beitrag des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, für den Tagesspiegel (23. Februar 2007)
Berlin, Gesellschaft
Autor: Harald Sommerfeld, 19. Mai 2007, 12:39
Etwa 80.000 Menschen verbüßten 2006 in Deutschland eine Haftstrafe. Im Jahr zuvor waren es rund 63.500 gewesen. Die Zahl der Strafgefangenen war damit so hoch wie nie zuvor.
In Berlin sitzen - obwohl die Stadt “nur” über etwa 5000 reguläre Gefängnisplätze verfügt - knapp 5500 Männer und Frauen in den Justizvollzugs- und Jugendstrafanstalten. Die Hauptstadt hat pro Kopf der Bevölkerung mehr Inhaftierte als jede andere deutsche Stadt.
Allein in der stark überbelegten JVA Tegel verbüßten im Februar 2007 über 1700 Männer eine Gefängnisstrafe, obwohl die Haftanstalt nur für 1570 Häftlinge ausgestattet ist. Ähnlich sieht es in der Untersuchungshaftanstalt Moabit und in der JVA für Frauen in Lichtenberg aus.
So liest man auf der Webseite des Forum Straffälligenhilfe, einem gemeinsamen Projekt von Gemeinsam für Berlin und dem Schwarzen Kreuz. Es gibt Möglichkeiten, diesen Menschen zu helfen.
* Gebetstreffen für den Vollzug in Berlin
* Briefkontakte mit Gefangenen
* Begleitung einzelner Gefangener
* Mitarbeit in Kleingruppen (Gesprächs-, Bibel-, Hobbygruppen)
* Teilnahme und Mitarbeit in Gottesdiensten
* Durchführung von offenen Treffen für Entlassene oder Gefangene im Ausgang
* Aufbau und Mithilfe in einer Kontakt-, Begegnungs- und Beratungsstelle
für straffällig gewordene Menschen und ihre Familien
Anfang 2007 konnte in einer Berliner JVA sogar der erste Alphakurs durchgeführt werden.
Über die Webseite des Forum oder über das Schwarze Kreuz können Interessierte Kontakt aufnehmen, erfahren, ob es in ihrer Region ein ähnliches Projekt gibt, oder sich nach Starthilfe für einen neuen Dienst im Gefängnis erkundigen.
Berlin, Gesellschaft
Autor: Harald Sommerfeld, 15. Mai 2007, 11:49
In wenigen Wochen wird in Heiligendamm das G8-Treffen mit dem Schwerpunktthema “Afrika” stattfinden. In ihrem wöchentlichen Video-Podcast hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich am 13. Mai dazu geäußert. Afrika ist der Kontinent, der von Klimaveränderungen, AIDS, Flüchtlingsproblemen und Armut besonders betroffen ist.
Die Benachteiligung Afrikas ist nicht schicksal-, sondern schuldhaft. Auf unterschiedliche Weise wurde und wird dieser Erdteil ausgebeutet, durch fremde Mächte und durch eigene Regierungen. Erst vor 200 Jahren begann die Beendigung des Sklavenhandels durch ein Gesetz, das in England durch den christlichen Politiker William Wilberforce eingebracht wurde. Dieses Gesetz war zusammen mit anderen sozialen Veränderungen (wie der Gründung von Gewerkschaften) Ausdruck der Transformation, durch die im Gefolge der methodistischen Erweckung des 18. Jahrhunderts England geistlich und gesellschaftlich erneuert wurde.
Ein knappes Jahrhundert später fand in Berlin die Kongo-Konferenz (1894/95) statt, deren Schlussakte den afrikanischen Kontinent unter die Kolonialmächte aufteilt. Es dauerte lange, bis dieses Unrecht korrigiert wurde und die afrikanischen Staaten ihre Unabhängigkeit erlangten. Erst 1992-1994 wurde die Apartheid in Südafrika, das nicht von einer äußeren Kolonialmacht, sondern einer eingewanderten weißen Minderheit beherrscht wurde, überwunden.
Die Probleme Afrikas sind bis heute nicht gelöst. Deshalb versuchen immer wieder Menschen, in reichere Länder wie Deutschland zu fliehen. Hier leben sie, wenn sie nicht auf dem Weg über die See umkommen, unter uns, oft mit ungewissem Aufenthaltsstatus, im großen Heer der Schutzsuchenden die Nachhut.
Viele von ihnen haben ihren Glauben mitgebracht, von dessen Feuer wir uns mitentzünden lassen sollten. Afrikanische Christen stellen weltweit einen immer größeren Anteil an Missionaren. Einige Hundert Mega-Gemeinden wurden auf verschiedenen Kontinenten bereits von Missionaren und Pastoren aus Nigeria gegründet, darunter die größte Gemeinde der Ukraine (mit Pastor Sunday Adelaja). Es lohnt sich, den Kontakt zu afrikanischen Migrantengemeinden zu suchen und jenseits der kulturellen Fremdheit den Reichtum zu entdecken.
Afrika ist nebenan. Wir sollten die Menschen, die von dort zu uns gekommen sind, willkommen heißen, kennenlernen, ehren und unterstützen. In Berlin kann man das in diesen Wochen durch verschiedene Veranstaltungen tun, die sich - obwohl unabhängig voneinander geplant - “zufällig” auf mehrere besondere Ereignisse der unglücklichen europäisch-afrikanischen Geschichte beziehen.
Am 26. Mai veranstaltet der Rat Afrikanischer Christen einen Gospel-Gottesdienst zum Gedenken an den 200. Jahrestags des Gesetzes zur Beendigung des Sklavenhandels.
Gottesdienst afrikanischer Gemeinden
anlässlich der Abschaffung des Sklavenhandels vor 200 Jahren
am 26. Mai 2007 um 16.00 Uhr
in der Kirchengemeinde St. Markus
Marchlewskistr. 40, 10243 Berlin-Friedrichshain
U-Bahnhof Weberwiese
Am 31. Mai 2007 findet ein Gedenkgottesdienst für die im Meer ertrunkenen Flüchtlinge statt.
Gedenkgottesdienst
für die im Meer ertrunkenen Flüchtlinge
am 31. Mai 2007 um 19.00 Uhr
in der Passionskirche Berlin-Kreuzberg
Marheinekeplatz 1
U-Bahnhof Gneisenaustraße
Veranstalter:
Ev. Kirchengemeinde Heiligkreuz-Passion
“Asyl in der Kirche”
Evangelische Kirche Berlin und Oberlausitz
Kirchenamt der EKD
Mitwirkende:
u. a. der Vorsitzende und der Chor des
Rates Afrikanischer Christen
Für den 16. Juni ist zum Jahrestag des Soweto-Aufstandes in Afrika ein weiterer Gedenkgottesdienst geplant, den mehrere afrikanische Organisationen gemeinsam durchführen werden. Über diese Veranstaltung werden wir noch informieren.
Berlin, Migranten, Veranstaltungen
Autor: GfB, 7. Mai 2007, 14:04
Ein kleines Redaktionsteam von Gemeinsam für Berlin gibt monatlich einen Gebetsbrief für die Hauptstadt heraus. Die aktuelle Ausgabe vom Mai konzentriert sich auf Gute Nachrichten aus Berlin.
„Wer die Zukunft sucht, will nach Berlin.“ Unter diesem Motto, das nur beschreibt und kein Werbeslogan ist, veröffentlichte DER TAGESSPIEGEL in der letzten Aprilwoche eine Serie über Menschen, die die Chancen der Stadt nutzen. Hintergrund ist eine vor kurzer Zeit noch kaum glaubliche Entwicklung, die eine echte Gebetserhörung ist: „Berlin ist der zweitstärkste Innovationsstandort Deutschlands, hier sind im zweiten Quartal 2006 so viele Jobs wie nirgends sonst im Bundesgebiet entstanden. Der Innovationsindex von Berlin liegt noch vor Baden-Württemberg und Bayern. Die Stadt ist nach Jahren wirtschaftlicher Stagnation auf dem Weg zurück in die Zukunft… Berlin zieht fast so viele Touristen an wie London und liegt damit an der Spitze in Europa.“ Auch die Einwohnerzahl stieg erstmals seit zehn Jahren wieder über 3,4 Millionen …
Weiterlesen kann man hier. Der Gebetsbrief kann bei www.gebet-fuer-berlin.de als Email abonniert oder als PDF heruntergeladen werden.
Berlin, Good News
Autor: Harald Sommerfeld, 4. Mai 2007, 7:17
Ein höchst lesenswerter Artikel von Reinhard Scharnowski bei Mehr und bessere Gemeinden. Er beginnt so:
Die letzten Jahre haben zwei Trends im Gemeindebau gezeigt, die scheinbar entgegengesetzt verlaufen. Auf der einen Seite haben wir den Trend zu Zellen oder kleinen, persönlichen und überschaubaren Hauskirchen, auf der anderen Seite die Forderung nach großen, leistungsfähigen Gemeinden, die einen Eindruck in der Öffentlichkeit hinterlassen. Für beide Richtungen gibt es Gemeindemodelle, die sich bewährt haben und den jeweiligen Trend scheinbar bestätigen. So stehen sich dann auch Kleingemeinde- und Megachurch-Befürworter bisweilen in regelrechten Schützengräben gegenüber …
DAWN in Europa vertritt seit Jahren den Mischwald-Ansatz: Unsere Gesellschaft verlangt eine Vielfalt von Gemeindeformen, um missionarisch viele verschiedene Arten von Menschen zu erreichen. Die Frage liegt darum auf der Hand: Gibt es neue Wege, sich Gemeinde vorzustellen, die nicht auf ein Modell reduziert sind? Gäbe es Möglichkeiten, verschiedene Gemeinde-Strukturen lebendig so miteinander zu verlinken, dass sie einander dienen?
Weiterlesen kann man hier.
Gemeinde
Autor: Harald Sommerfeld, 2. Mai 2007, 11:41
1. Mai in Kreuzberg. Das bedeutet seit einigen Jahren das Myfest, ein multikulturelles Fest der Bürger, mit dem sie ihren Kiez gegen die seit 20 Jahren üblichen Gewaltrituale schützen wollen. Es gelingt ihnen mit wachsendem Erfolg. In diesem Jahr gingen die Unruhen weiter zurück.
Zum Auftakt dieses Festes feiern seit vier Jahren Christen aus verschiedenen Gemeinden einen Gebetsgottesdienst. Er findet am Mariannenplatz auf und vor der Bühne statt, die anschließend von PDS und Die Grünen für ihr Familienfest genutzt wird. Rund 1000 Teilnehmer schätzte die Polizei in diesem Jahr. Presseberichte findet man hier und hier.

Erfreulich ist die gute Beziehung und Zusammenarbeit mit den säkularen Veranstaltern, bei denen wir “die Christen” sind, nicht “die Kirche”. Sie nehmen uns wahr als Menschen, die sich mit ihnen für das Wohl ihrer Stadt engagieren, nicht als religiöse Institution. Die Beteiligung “der Christen” endet nicht mit dem Gottesdienst. Viele besuchen die Stände des Festes und mischen sich unter die Feiernden. Nachmittags sammeln Jugendliche leere Flaschen und anderen wurfgeschosstauglichen Müll. Abends sind kleine Teams von Fürbittern vor Ort, die bei aufkommenden Unruhen gebetsmäßig reagieren.
So ist der 1. Mai ein Tag, an dem wir öffentlich zum Ausdruck bringen, dass Christen “das Beste der Stadt suchen” (Jeremia 29,7).
Ein weiterer Bericht des Verfassers steht hier.
Berlin, Gebet