Über die “stille Erweckung in Boston” (Quite Revival in Boston) hat Axel nach seiner letzten USA-Reise bereits berichtet. In einer Gegend, die als “geistlicher Friedhof” bekannt war, ist neues christliches Leben erwacht und hat begonnen, die Region zu verändern. In diesem Video berichtet Doug Hall (Leiter des Emmanuel Gospel Center) über die Transformation der Boston Area:
Reinhold Scharnowski erinnert, dass es zwischen “klein, aber fein” (Zellgemeinde) und “groß, aber famos” (Megachurch) noch eine wichtige Zwischengröße gibt (neuerdings Cluster genannt).
Die Gemeinde wurde vor 110 Jahren von einem Ex-Quäker als Missionswerk gegründet, um den Bediensteten der Reichen im Stadtteil - nach Dienstschluss an den Sonntagabenden - eine Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch zu geben. Das Kirchengebäude ist aus dieser Zeit. Die Ausrichtung auf sozial Benachteiligte und alternative Lösungsmöglichkeiten für gesellschaftliche Nöte spielt auch heute im „Spirit“ der Gemeinde wieder eine Rolle. Die Gottesdienstgemeinde hat eine breite soziale Schichtung von Akademikern bis zu sozial Schwachen. Der Schwerpunkt liegt bei jungen Erwachsenen. Debra und Frank Green, Autoren des Buchs und Leiter von City Links, sind im Pastorenteam. Die Frömmigkeit ist charismatisch mit einer starken gesellschaftlichen Ausrichtung.
Der Gottesdienst war Teil Reihe für Außenstehende, deshalb etwas kürzer und wohl auch von der Thematik auf aktuelle politische Fragen bezogen. Nach einer traditionellen Hymne und Gebet ging es zum Lobpreis über, der dynamisch und aus neueren Liedern der internationalen Worshipszene bestand. Die Predigt wurde von einem Englisch-Studenten gehalten, der anhand von Bibeltexten und aktuellen Bezügen über die Verantwortung der Christen für Schöpfung, Umwelt und CO2-Belastung sprach - anschaulich, praktisch, mit projizierten Texten und Bildern.
Dann wurden wir vier Berliner vorgestellt, kurz befragt und gesegnet. Ungeplant trug eine Frau einen prophetischen Gesang mit instrumentaler Begleitung vor - u. a. mit folgenden Inhalten: Gott hat den Schrei Berlins nach Veränderung, seiner Menschen und der Kinder gehört; Hoffnung, Licht und Ermutigung wurde uns einzeln und miteinander im Lied zugesprochen.
Nach dem Gottesdienst beteten fünf Gemeindeglieder mit und für uns, insbesondere für die Beziehung zwischen unseren Städten. Schon im Gottesdienst war inzwischen die Rede davon, dass eine Partnerschaft zwischen unseren Städten im Entstehen ist und eine ganze Gruppe zum Transforum im Februar 2008 nach Berlin kommen will.
Das Ungewöhnliche und Sympathische an diesem Gottesdienst war die natürliche und engagierte Verbindung zwischen einer lebhaften charismatischen Frömmigkeit und Gebetspraxis mit Inhalten gesellschaftlicher und globaler Verantwortung.
Eine von Gottes Geschichten: Vor einigen Jahren war Debra Green eingeladen, im Ausbildungszentrum der Heilsarmee zu lehren. Sie tat es und war so beeindruckt von den imposanten Ölgemälden mit den Portraits von William und Catherine Booth, dass sie es kaum wagte, ihr übliches, eher quirliges Temperament und ihre geistlichen Gaben zum Vorschein kommen zu lassen. Eine Freundin, die sie kannte, ermutigte sie, den Menschen auch mit ihren prophetischen Gaben zu dienen. Sie folgte dem Rat und gab einem Paar, Dawn und Gary, ein Wort von Gott weiter …
Am zweiten Tag unserer Englandreise fuhren wir nach Liverpool, um uns das „Ergebnis“ anzusehen. Die beiden sind ihrem Herzen und dem Reden Gottes gefolgt. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Die Heilsarmee gab das Kinderheim Strawberry Fields auf, in dem John Lennon als Kind gespielt hat und das sein berühmtes Lied „Strawberry Fields forever“ inspiriert hat. Dawn und Gary haben daraus ein Rund-um die Uhr-Gebetszentrum gemacht, das jede Woche von etwa 2000 Menschen besucht wird, die dort beten möchten.
Die Leute, die dort beten, sind jung und alt und kommen aus den verschiedensten Hintergründen von der Heilsarmee bis zur Pfingstgemeinde. Im ersten Raum begegneten wir einer Frauengebetsgruppe, die alle wie liebe brave Hausfrauen zwischen 40 und 60 aussahen, aber beim Beten alle englische Reserviertheit zurückließen und Kraft und Energie einsetzten, um dafür zu beten, dass Gott uns in Berlin mit Segen, Kraft und Führung überschütten würde. Fühlte sich an, als hätte man den Finger in ne Steckdose gesteckt … puh … intensiv. Gut.
Das Haus hat unterschiedliche Räume: Räume für Tanz, für stilles Gebet, für Gebet von Menschen, die Gott nicht kennen, und Räume, in denen für Menschen gebetet wird. Überall an den Wänden geschriebene, gemalte, aus Zeitungen ausgeschnittene Gebete …
Irgendwann demnächst wird das Gebäude verkauft, aber der Traum, dass es in der Stadt einen Ort gibt, an dem Christen und Menschen, die Gott suchen, beten können, wird an einem anderen Ort fortgesetzt – wo, ist noch nicht klar … Das ist eine andere Geschichte, die gerade noch geschrieben und irgendwann anders erzählt werden wird.
Gemeinsam für Berlin e.V. ist eine Initiative im Großraum Berlin mit dem Ziel, alle gesellschaftlichen Bereiche der Stadt mit dem Evangelium von Jesus Christus zu erreichen.
Wie auf dem Transforum Berlin, unserer in unregelmäßigen Abständen stattfindenden Konferenz für City-Reaching, geht es auf diesem Blog um das Thema "Das Reich Gottes und unsere Städte".