Autor: GfB, 25. Oktober 2007, 21:33
Die Geschichte der ersten Afrikaners, der an einer deutschen Universität Professor wurde - im 18. Jahrhundert. Ein Beitrag von Pastor Peter Arthur (Akebulan-Kirche Berlin) zur Geschichte der Afrikaner in Deutschland (hier zum Download).
Geschichte, Migranten
Autor: Kerstin Hack, 22. Oktober 2007, 8:03
Auf dem schmerzhaften Weg eines - zumindest vorerst - geplatzten Traumes habe ich ein paar interessante Dinge über Träume gelernt:
- Lektion 1: Träume zeigen Sehnsucht nach Leben
- Lektion 2: Träumen ist Üben des neuen Lebens
- Lektion 3: Geschenk und Handeln
Zu Lektion 1: Träume zeigen Sehnsucht nach Leben
Wie das bei anderen ist, weiß ich nicht, aber ich habe beim Nachdenken über meine Träume festgestellt, dass sie immer etwas damit zu tun haben, dass etwas in mir, das sich in meiner bisherigen Lebenswelt nicht entfalten kann, sich entfaltet. Alle Träume signalisieren: Hey, hier ist noch was, was ausgedrückt und gelebt werden will: mehr Nähe, Begegnung, Fürsorge, Unterstützung, Begleitung. Ich spüre: wenn ich das (mehr) lebe, dann lebe ich auf. Also träume ich. Das gilt sowohl für persönliche Träume als auch für Träume für meine Stadt: Ah, es wäre doch schön, wenn mehr Menschen zu uns kommen und wir Christen offener, fröhlicher, herzlicher mit ihnen umgehen würden…
Zu Lektion 2: Träumen ist Üben des neuen Lebens
Im Traum übt man schon mal, zumindest in Gedanken, wie man sich in dem neuen Leben verhalten könnte. Wer mich kennt, weiß, dass ich spätestens jetzt von Spiegelneuronen erzählen werde, weil mich diese Nervenzellen und die Art, wie der Schöpfer das konstruiert hat, unglaublich begeistern.
Also hier kommt es (höchst unwissenschaftlich, aber von Herzen!): Spiegelneuronen sind Nervenzellen, die das, was man gesehen hat, in einem selbst aktivieren. So lernt man. Ganz einfaches Beispiel: Mutti macht den Mund auf, Kind macht es nach. Man sieht nicht nur, was geschieht, sondern das Gesehene löst in einem selbst das gleiche Handlungsmuster aus: alle heulen, man heult mit…(was nicht heißt, das man als Erwachsener das nicht auch wieder teilweise abbremsen kann). Sportler prägen sich Bewegungsabläufe ein (z. B. beim Fahren einer Strecke) und alleine durch das innere Sehen bilden sich im Hirn nachweislich die Nervenbahnen, die dazu nötig sind, um das Geschehene Realität werden zu lassen.
Übertragen aufs Träumen: wenn wir träumen, üben wir neues Handeln schon ein. Wir sehen, was wir tun wollen…und üben…erst mal in Gedanken, aber dennoch ist das Träumen keine Zeitverschwendung, sondern Einüben des echten Lebens
Zu Lektion 3: Geschenk und Handeln
Die meisten Träume tragen ein Element des Unmachbaren in sich. Man träumt von einer Weltreise, um mich selbst und die Welt neu und tiefer zu entdecken, aber das nötige Kleingeld dafür scheint sich nicht von selbst auf meinem Konto anzusammeln. Christen träumen von Erweckung. Davon, dass sie ganz anders handeln werden, wenn Gott erst mal ganz anders handelt. Wie liebevoll sie plötzlich mit all den neuen Menschen umgehen würden, die Gott plötzlich in ihre Gemeinden schwemmt, wie sie gemeinsam feiern, Leben teilen, Gott loben werden.
Das Verrückte ist: Ein Teil dessen, was wir erträumen, ist un-machbar. Wir können Menschen nicht dazu zwingen, sich für einen anderen Menschen oder den Glauben zu öffnen. Das Doofe: Weil ein Teil unmachbar ist, machen wir dann meist gar nichts mehr.
Dabei verbietet uns niemand, den Teil zu leben, den wir schon leben können: liebevoller, wärmer, freundlicher und offener zu sein.
Wenn ich im Rahmen meiner Beratungtätigkeit Menschen begleite, stelle ich ihnen oft die sogenannte Wunderfrage (Steve de Shazer). Stell dir mal vor, heute Nacht würde ein Wunder passieren und das, was du dir wünscht, wäre in Erfüllung gegangen. Du wachst Morgen auf, aber keiner hat dir verraten, dass das Wunder passiert ist, woran würdest du es erkennen.
Die meisten Menschen antworten auf diese Frage Dinge wie: “Ich wäre dann offener, würde nicht mehr so viel grübeln, würde die kleinen Dinge des Lebens mehr genießen, wäre offener für Begegnung…”
Ich frage mich (und die Menschen, die ich berate) dann oft: Wie könnten das, woven was Sie erzählt haben - auch ohne Wunder - jetzt schon ein bisschen leben: Mehr Offenheit, Menschen, denen der Glauben fremd ist, mit Interesse und Neugier begegnen, sich Zeit und Raum für Begegnung und Entfaltung eigener Talente gönnen…wenigstens ein bisschen den Traum leben…
Und wer weiß, vielleicht passiert das große Wunder (die Erweckung, das Gemeindewachstum) auch noch…wenn nicht lebt man einfach besser. Wunderbar.
[Bearbeitete Fassung eines persönlichen Beitrags aus meinem privaten Blog “Kerstinpur“]
Einwurf, Paradigmen, Vision
Autor: Axel Nehlsen, 20. Oktober 2007, 7:09
People praise and pray - Interkulturell Gott loben und beten -
Gemeinsam für unsere Nation - Intercultural worship and prayer

Gebet international
Unter diesem Motto standen in der Hauptstadt am Feiertag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 2007, erstmals acht Stunden Gebet und Lobpreis für das Land. Veranstalter war das ökumenische Netzwerk Gemeinsam für Berlin mit seinem Forum Gebet und dem Forum der Anbetungsleiter. Alle zwei Stunden begann in der Kirche am Südstern jeweils ein Block mit neuen musikalischen Mitwirkenden. Bei den Mitbetenden gab es über den Zeitraum von acht Stunden ein Kommen und Gehen. Insgesamt haben etwa 250 Personen aus vielen ethnischen Hintergründen teilgenommen.

Anbetung deutsch
Lobpreis, Worship oder Chormusik wurden - nach einigen Infos zur Fürbitte - jeweils von Teilen des Gebets für unser Land unterbrochen. Die Betenden fanden sich dazu in kleinen Gruppen zusammen. Wesentlicher Gebetspunkt war in jedem Block das Potential der Migrationskirchen und das gegenseitig geistlich befruchtende Miteinander von Deutschen und Zugewanderten. Biblischer Fokus war der eine Leib des Christus, wie er in Epheser 2, 14-22 beschrieben wird.

Anbetung koreanisch
Es begann mit einer deutschen Lobpreisgruppe mit Musikern aus verschiedenen Gemeinden. Den nächsten Block gestalteten der hervorragende Chor und die Jugendband einer koreanischen Gemeinde. Das von den Koreanern eingebrachte Anliegen, für die katastrophale Lage in Nordkorea zu beten, wurde von allen aufgenommen. Auch das Gebet für einen Weg zum Frieden und zur Einheit zwischen den beiden koreanischen Staaten war am deutschen Tag der Einheit besonders bewegend. Es folgte der mitreißende Lobpreis der zwölfköpfigen Band einer russisch sprechenden Gemeinde, die überwiegend aus Russlanddeutschen aus dem Gebiet der früheren Sowjetunion besteht. Den Abschluss bildete eine Gruppierung aus afrikanischen Gemeinden, die mit ihrer unbekümmerten Freude am Lob Gottes begeisterten.

Anbetung russisch
Gebetsthemen waren unter anderem:
- wachsende Einheit von Gemeinden und Kirchen verschiedener ethnischer Herkunft
- Vergebungsbitte für Ablehnung, ungerechte Behandlung und menschenverachtendes Verhalten gegenüber Migranten
- dass Deutschland mehr und mehr ein Segen für die Nationen wird
- gegenseitige Segnung für den missionarischen Dienst in der Volksgruppe und darüber hinaus.
In den Pausen zwischen den Blocks war Gelegenheit zur interkulturellen Begegnung. Beteiligte boten „Speisen mit Migrationshintergrund“ an. Getränke standen zur Verfügung.

Anbetung afrikanisch
Die deutschstämmigen und die Berliner/innen mit Migrationshintergrund waren sich einig, dass dieser interkulturelle Worship ein gelungener Anfang war. Sie möchten die Begegnung, die wechselseitige Bereicherung und das gemeinsame Beten gerne fortsetzen.
Berichte, Berlin, Migranten, Veranstaltungen
Autor: GfB, 13. Oktober 2007, 16:21
Unter dem Thema “Gottes Herz für unsere Städte - wie Gemeinden ihr Umfeld verändern” findet vom 21. bis 23. Februar 2008 das nächste Transforum in Berlin statt. Wir haben interessante Gäste aus Boston und Manchester eingeladen. Es wird eine gute Mischung von Seminaren und Workshops geben. Außerdem trifft man Leute, die zu treffen sich lohnt.
Die Flyer sind gerade fertig. Die Webseite wird erst demnächst aktualisiert. Doch als Download gibt es Flyer und Anmeldung schon jetzt. Einen Überblick über das Programm geben dieses Ausschnitte aus dem Flyer:







Wir freuen uns auf euch.
City-Reaching, Gemeinde, Transformation, Veranstaltungen
Autor: Axel Nehlsen, 10. Oktober 2007, 19:25
[Teil 1 2 3 4]
Erfahrungen in Boston
Beim fünften und letzten Treffen der Global Learning Community im Januar 2007 war das Hauptthema der Dienst Jesu für die Armen. Der katholische Sozialarbeiter Jack Jezreel forderte uns heraus: Gerechtigkeit gilt im AT besonders den Armen; Reich Gottes bei Jesus ist ein Gegenentwurf gegen das römische Imperium. Nur die Liebe Gottes in uns bringt Veränderung. Gerechtigkeit ist etwas anderes als (nur) Barmherzigkeit und Fürsorge. Nötig ist Transformation statt Symptomlinderung!
Am Ende wurde ausgewertet und dankbar zurück geblickt auf die Fülle von Impulsen und Beziehungen, die entstanden. Unser gemeinsames Fazit: Gott ist weltweit aktiv in der Transformation von Städten – wir brauchen einander!
Auf dem Rückweg besuchten Renate und Axel Nehlsen das Emmanuel Gospel Center (EGC) in Boston - ein gewachsenes Netzwerk, das kaum organisiert, aber sehr organisch (organic, not organisational) als Katalysator in der Stadt und weit darüber hinaus wirkt. Doug und Judy Hall begannen vor mehr als 30 Jahren, über Beziehungen und Förderung von Initiativen, zu wirken. Sie haben einen hohen wissenschaftlichen Reflexionsgrad, indem sie Einsichten aus Soziologie und Systemforschung für City Reaching und Church Planting fruchtbar machen (z. B. Peter M. Senge: The Fifth Discipline; deutsch: Die fünfte Disziplin).
Heute bestehen Verbindungen unterschiedlichster Art zu Kirchen, Werken, Gruppen in der Stadt und weltweit durch von hier ausgegangene Gemeindegründungen. Viel Forschung über Kirchen, Gründe für Wachstum und Abnahme, Migrantenkirchen und weiße Kirchen geschah seitdem, oft als Voraussetzung für die Arbeit. Es bestehen aktive Verbindungen zu theologischen Ausbildungsstätten. Ein Schulungsprogramm für Urban Ministry (CUME) wird in Boston und Umgebung regelmäßig durchgeführt. Ein Buch ist fertig und in Vorbereitung zum Verlegen, das statistisch alle Kirchen der Stadt aufführt. Viele Forschungsergebnisse, Statistik, Daten und Fakten über das Quiet Revival sind im Internet in den fortlaufenden Ausgaben von Emmanuel Research Review zu finden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Förderung von Church Planting und der Ermöglichung von neuen Projekten (mit konkreter Anschubfinanzierung oder Darlehen für neue Initiativen!). Zusammenarbeit geschieht teils durch Angestellte von EGC (derzeit 40), teils durch Kooperationen mit Kirchen und Werken. Die Struktur und Arbeitsweise ist stark beziehungsorientiert und nicht hierarchisch und organisiert.
Elijah Kim, über den in Colorado der Kontakt entstand, plant mit EGC und einigen Freunden aus anderen Städten weltweit ein internationales Netzwerk von Städtebewegungen. Kontakte bestehen nach England, zu Robert Calvert in Rotterdam, nach Indien zu Viju Abraham, in Länder, wo Church Plants von Gemeinden aus Boston gestartet wurden, wie z. B. in Afrika. Elijah möchte mich/uns Berliner gerne in das Leadership Team des geplanten Global Urban Ministries Net (vorläufiger Name) einbeziehen. Wir haben zugesagt, das zu prüfen. Er und Bobbie Bose (Inder, Dozent) sollen und wollen dieses Netzwerk aufbauen. Eine Tagung mit bis zu 500 Teilnehmern aus allen Kontinenten ist für Herbst 2008 in Bangkok in den Blick genommen. Dr. Douglas Hall und seine Frau Judy, Präsident und „Eltern“ des Projektes, haben zugesagt, zum Transforum 2008 als Referenten zu kommen.
Berichte, City-Reaching, Transformation
Autor: Kerstin Hack, 5. Oktober 2007, 14:45
“Gott ist immer mit den stärksten Bataillonen.” Das hat Friedrich II., der Große gesagt. Er hat es offensichtlich auch geglaubt. Was er geglaubt hat, hat Generationen von Berlinern und Deutschen gleich mitgeprägt. Gott ist mit dem Stärkeren. Der Erfolg schien ihm Recht zu geben. Oder war Gott möglicherweise nicht mit ihm, als er Schlesien erobert, ganze Landstriche verwüstet und viele Kinder elternlos gemacht hat.
Wie war das bei Jesus, der nach eigenen Aussagen die stärksten Batallionen hatte und darauf verzichtete, auf sie zurückzugreifen. Mit wem ist Gott.
Transformation beginnt für mich da, wo wir unser Denken, auch (Kirchen)historisch und kulturell geprägtes Denken hinterfragen (lassen) und uns neu überlegen: Was glaube ich? Worin gründe ich meinen Glauben und dann auch mein Handeln.
Berlin, Keine Kategorie