Ausstrahlende Gemeinde in atheistischer Umwelt
Autor: GfB, 25. März 2008, 9:12
Auf dem letzten Transforum hielt Alexander Garth, Pfarrer der Jungen Kirche Berlin, ein Seminar über Gemeindearbeit, deren Hauptzielgruppe Atheisten sind. Ein Auszug aus dem Handout:
Bedauern über Unglauben: Zunehmend bedauern heute Menschen, die früher stolz auf ihr Freidenkertum waren und Gott für eine unanständige Idee hielten, dass sie nicht glauben können. Ja Unglaube war einmal eine herrliche Freiheit von der lästigen Idee Gottes, die einem emanzipatorischen Lebenskonzept entgegensteht. Heute verbreitet er Ungeborgenheit und Existenzangst. Immer mehr Menschen sind heute unzufrieden und unglücklich über ihren Unglauben. Sie ahnen, dass ihnen der Glaube in schwierigen Zeiten helfen würde, und sie beginnen sich nach Glauben zu sehnen. Glaube gibt nun einmal Halt, Orientierung und Trost. Phänomene unserer Welt wie Terrorismus, Globalisierung, Arbeitslosigkeit, Klimawandel, Kriegsgefahr, atomare Bedrohung, Informationsüberflutung, Gewalt in der Gesellschaft machen auch dem letzten Ignoranten klar, dass wir in einer bedrohten und unheilen Welt leben. Psychologen sprechen von Angst und Depression als der Volkskrankheit unserer Kultur schlechthin.
Nicht nur Kirchenleute warnen vor den Folgen einer glaubenslosen Gesellschaft, sondern dass selbst ein Postsozialist wie Gregor Gysi bei der Aussicht auf eine gottlose Gesellschaft von Grauen gepackt wird, ist Zeichen eines breiten Umdenkens. In einem Gespräch mit Johannes B. Kerner sagte er: „Eine gottlose Gesellschaft das heißt eine Gesellschaft ohne jede Orientierung, eine Gesellschaft des reinen Pragmatismus, wo man heute das denkt und morgen jenes denkt und überhaupt keine moralisch einigermaßen verbindlichen Maßstäbe mehr hätte.“ Dem Atheisten graut es vor der Gottlosigkeit und ihren Folgen. Das sind wirklich neue Töne.
Der vollständige Text kann hier als PDF runtergeladen werden.
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Pingback von Türkische Musik & atheistische Umwelt « dikosss
Freitag, 28. März 2008, 12:08
[…] Auf dem Transforum-Blog kannst Du Dir hier einen (schriftlichen) Vortrag von Alexander Garth runterladen, in dem er die ausstrahlende Gemeinde […]
Kommentar von Dietmar Beyer
Samstag, 31. Mai 2008, 7:10
Wer das Glück hatte, Alexander Garth beim Vortrag “live” zu erleben, wird sich gerne daran zurück erinnern. Sein Vortrag, geprägt von großer Überzeugungkraft und einer unglaublichen Präsenz, hat mich tief beeindruckt und sogar - gegen meine Gewohnheit - veranlasst, Herrn Garths neu erschienenes Buch “Warum ich kein Atheist bin” zu erwerben. Ich habe es zwischenzeitlich gründlich gelesen und reiche es jetzt im Freundeskreis herum.
Ich habe keine nähere Beziehung zu Pfarrer Garth und mir liegt nicht daran, um seinetwillen für sein Buch Werbung zu machen. Ich habe aber am 1. April erfahren, dass ich einen Gehirntumor habe und Mitte Mai dann die weitere Information erhalten, dass der Tumor bösartig und inoperabel ist und die Prognose ziemlich düster. - In dieser ganzen Zeit und seither empfinde ich ein tiefes Gottvertrauen und weitgehend heitere Gelassenheit. Ich halte dies für eine Gnade und ein Geschenk Gottes, glaube aber, dass auch das Lesen dieses Buches mir geholfen hat, von einem eher pro forma Kirchenangehörigen zu einem gläubigen Christen zu werden.
Wenn ich jetzt also doch “Werbung” für das Buch mache, dann geschieht es (trotz meiner Dankbarkeit gegenüber Pfarrer Garth) ausschließlich um derer Willen, denen das Buch ebenfalls helfen möge, ihren Glauben (weiter) zu entwickeln.